Diverses WM-Maskottchen bringt Hersteller Nici in Bedrängnis

Schon bei der Vorstellung vor eineinhalb Jahren sorgte das WM-Maskottchen für Hohn und Spott: "Wetten, dass..?"-Showmaster Thomas Gottschalk fragte öffentlich, ob die Großmutter des struppigen WM-Löwe "Goleo" nicht ein Lama gewesen sei. Andere sprachen vom "langen Elend" und "Zottelvieh". Auch später machte die Diskussion über "Goleos" fehlende Hose den WM-Löwen eher zur Lachnummer als zum begehrenswerten Souvenir. Jetzt brachte die geringe Beliebtheit des Maskottchens den bayerischen Plüschtier- Hersteller Nici an den Rand eines Insolvenzantrags.

Laut Aussage der Nici-Manager sind für die Probleme mit der „Goleo“-Vermarktung vor allem die aktuellen finanziellen Probleme verantwortlich. „Lizenz-Themen spielen dabei eine große Rolle“, sagte Marketingleiter Uwe Klimach, „Unsere Schwierigkeiten liegen auch daran, dass „Goleo“ nicht zum Erfolg wurde.“

Branchenbeobachter vermuten, dass den hohen Produktionszahlen vergleichsweise geringe Absatzmengen gegenüberstehen – und bei Nici nun zu einem Liquiditätsengpass führten.

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Dabei hatte Nici mit der von EM.TV erworbenen „Goleo“-Plüschtier-Lizenz große Hoffnungen verbunden. Das von der Jim Henson Company, den Vätern der „Muppets“ und der „Sesamstraße“, entworfene Zotteltier sollte in Millionenauflage auf den Markt kommen und getragen von der WM-Euphorie im Gastgeberland für Umsatzsprünge sorgen.
Doch belächelt in den Medien („Der Spiegel“: „Goleo verdient Strafpunkte für Dummheit“) schaffte es das Maskottchen nur schwer in die Herzen der Fußball-Gemeinde.

Entstanden ist die Firma Nici aus kleinsten Anfängen in den 70er Jahren. Vorstandsvorsitzender Ottmar Pfaff, um dessen Zukunft als Unternehmenschef am Montag noch ein firmeninterner Machtkampf tobte, hatte das Unternehmen 1986 gemeinsam mit seiner Frau Marina gegründet. Zuvor hatte die Familie bereits mehrere Jahre lang in Heimarbeit Plüschtiere hergestellt. Seit 1999 ist Nici eine Aktiengesellschaft.

Neben „Goleo“ und anderen Plüschtier-Charakteren aus TV- Kindersendungen vertreibt das oberfränkische Unternehmen modische Geschenkartikel, wie es in einer Firmen-Selbstdarstellung heißt. Die Marke „Nici Sport“ soll sportlich ambitionierte Jugendliche und Erwachsene ansprechen.

Mit seinem Firmensitz im oberfränkischen Altenkunstadt galt Nici bislang als eines der wachstumsstärksten Unternehmen in Bayern. In der Firmenzentrale sitzen ausschließlich Vertriebs- und Marketingmanager, Produktdesigner und Entwickler. Hergestellt werden die Produkte – wie in der Spielwarenbranche üblich – hingegen in Hongkong.

(Quelle: dpa)

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