Diverses Wo die Technik wirklich hilft: E-Business und Wissensmanagement

Wissensmanagement ist nicht allein mit technischen Hilfsmitteln oder einer Software zu bewältigen. Aber: Viele der notwendigen Prozesse lassen sich mit deren Hilfe unterstützen bzw. effektiver gestalten.

Dafür steht eine Reihe von Möglichkeiten im Bereich des E-Business zur Verfügung. Für viele Anwendungen lassen sich einfache Programme selbst schreiben oder Software nutzen, die bereits in gängigen Software-Paketen enthalten ist.

Wichtig: Prüfen Sie gegebenenfalls zunächst, welche der Technologien schon im Unternehmen vorhanden ist und ob bzw. wie sich ggf. eine neue Software in bestehende Lösungen integrieren lässt und zu welchem Preis.

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Wissensziele bestimmen: Skill-Management

Eine Skill-Management-Software verwaltet Informationen für die Personalplanung und entwicklung. Mit ihrer Hilfe lassen sich individuelle Kompetenzprofile entwickeln und ermitteln, inwieweit Mitarbeiter den Stand des benötigten Wissens erreicht haben. Auch Maßnahmen, die zur Erreichung bestimmter Ziele notwendig sind, können hierüber geplant, terminiert und verwaltet werden.

Wissen speichern

Mind-Mapping
Ergebnisse von Kreativ-Sitzungen, Brainstormings oder Workshops werden oft mit Stift und Papier festgehalten. Mit einer Mind-Mapping-Software lassen sie sich einfacher und übersichtlicher als bisher sichern und anschließend direkt im Internet veröffentlichen oder per E-Mail verschicken.

Wissenslandkarten

Welches Wissen (z. B. für den Bereich „Organische Chemie“) gibt es wo im Unternehmen (z. B. in der Forschungsabteilung)? Per Wissenslandkarten (auch als Software verfügbar) lässt sich veranschaulichen, welches Know-how im Unternehmen ist. Auch Wissenslücken werden so sichtbar. Sie sind Art eine Art „Reiseführer“, kein Speicher und in etwa vergleichbar mit den weiter entwickelten „Gelben Seiten“ eines Unternehmens.

Virtuelle Bibliotheken

Wichtige Literatur kann im Intranet in einer elektronischen Bibliothek abgelegt werden: sortiert nach Schlagwörtern, Titel, Autor, Art des Dokuments (z. B. PDF-Datei) etc.

Dokumenten-Management-Systeme

Solche Systeme können Dokumente unterschiedlichster Form und Herkunft (Faxe, E-Mails, Textverarbeitung) in einem einheitlichen elektronischen Format erfassen, speichern und miteinander verknüpfen: vergleichbar traditionellen Archiven und Ablage-Systemen. Vorteil zu traditionellen Methoden: Das elektronische Archiv kann leichter verwaltet, schneller durchsucht und auf Inhalte nach Schlagwörtern – zugegriffen werden.

Data-Warehouses

In einer Daten-Warenhaus-Software werden alle Daten für Auswertungen und Analysen, die bei betrieblichen Entscheidungen benötigt werden, ständig vorgehalten. Sie verknüpfen Informationen, die in vielen Unternehmen in verschiedenen Datenbanken verstreut sind. Voraussetzung dafür ist nicht zuletzt, dass hier (anders als in vielen unterschiedlichen Datenbanken) alle Informationen in einem einheitlichen Format abgelegt sind. Ein großer Fortschritt, wenn man bedenkt, dass (nach Expertenmeinung) in der Regel 80 Prozent aller Informationen in Unternehmen in ganz unterschiedlichen Datenbanken, Berichten, Konzepten etc. vorliegen.

Data-Warehouses sind, anders als „normale“ Datenbanken, in der Regel nach entscheidungsrelevanten Themen geordnet, z. B.:

  • Unternehmen (z. B. Geschäftsbereiche, Organisationsstruktur)
  • Produkt (z. B. Produktfamilie, Produktgruppe, Artikel)
  • Region (z. B. Land, Gebiet, Bezirk, Kunde)
  • Kunden (z. B. Kundengruppen)
  • Zeit (z. B. Monat, Quartal, Jahr, Geschäftsjahr)
  • Betriebswirtschaftliche Kenngrößen (z. B. Umsatz, Deckungsbeiträge, Gewinn)

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Sie Wissen verteilen und nutzen können.

Wissen verteilen

Groupware

Als Groupware bezeichnet man Softwarepakete, über die Mitarbeiter miteinander kommunizieren und kooperieren können. Die meisten Unternehmen verfügen in der Regel bereits über entsprechende Lösungen. Groupware unterstützt sie beim Wissensmanagement dadurch, dass Kollegen Informationen und Dokumente untereinander austauschen bzw. gemeinsam bearbeiten können.

Intranet

Das Intranet ist für das Wissensmanagement ganz besonders wichtig: als elektronische „Standleitung“, über die alle Mitarbeiter eines Unternehmens kommunizieren und kooperieren. Neuigkeiten, Vorschläge, Berichte, Pläne lassen sich per Intranet-Mail sofort an alle Intranet-Teilnehmer verschicken. Zu bestimmten Themen können Diskussions-Foren und Newsgroups eingerichtet werden.

E-Learning

Webgestützte Weiterbildung am Arbeitsplatz erlaubt es, Wissen genau dann zu erarbeiten bzw. zu beschaffen, wenn es benötigt wird. Ob als arbeitsprozessbezogenes Lernmodul oder in Form einer intranetbasierten „Firmenuniversität“: gelernt werden kann mittels gezielter Lern-Software jederzeit und an jedem Ort. Wichtig auch um neues Wissen schnell an viele Mitarbeiter zu kommunizieren.

Wissen nutzen

Wissensportale

Thematische Portale auch im unternehmenseigenen Intranet lassen sich als zentraler Zugang zu großen Wissensbeständen nutzen. Sie sind mit unterschiedlichen Funktionalitäten (z. B. Suchfunktionen) ausgestattet: um verfügbares Wissen zu finden sowie der Möglichkeit, eigene Interessenschwerpunkte oder Anforderungen bei der Wissenssuche und -darstellung festzulegen.

Suchfunktion und virtuelle Agenten

Beide Technologien helfen, die Informationsfülle firmeneigener Intranets, Datenbanken oder Archive besser zu bewältigen.

Ähnlich wie Suchmaschinen für das Internet lassen sich Suchmaschinen auch für Intranetze einsetzen, die diese permanent durchsuchen und dabei deren Inhalte automatisch verschlagworten. Sie bewerten zusätzlich in der Regel die Relevanz der gefundenen Dokumente.

Mittels Agenten kann man Wissensbestände nach festzulegenden Themengebieten durchsuchen lassen. Sie benachrichtigen den Nutzer immer dann, wenn sie für ihn einen neuen und wichtigen Inhalt entdeckt haben.

Data-Mining

Diese Funktionalität ist oft in Datenbanken, Statistik- und Marketing-Programmen bereits integriert. Sie dient dazu, versteckte bzw. unbekannte Zusammenhänge und Muster in großen Datenbeständen aufzudecken (z. B. in Daten-Warehouses).

Beispiele: Warum konnten bestimmte Produkte auf bestimmten Märkten oder zu bestimmten Zeiten nicht planmäßig abgesetzt werden? Welche Kundentypen haben nach dem Erwerb eines Produktes auch die Neigung zum Erwerb welcher anderen Produkte?

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