Diverses Wohlfühlen im Winter

Draußen wird es zunehmend kälter und immer früher dunkel. Wer den ganzen Tag im Büro verbringt, bekommt vom Tageslicht nicht viel mit. Umso wichtiger ist es, sich in der freien Zeit Gutes zu tun und Körper und Seele zu verwöhnen. Zum Beispiel mit ausgiebigen Spaziergängen am Wochenende, aber auch mit kleinen Verwöhnprogrammen zwischendurch. Lesen Sie, was im Winter die Stimmung hebt.

Anja Kantowsky zum Beispiel hat sich schon voll und ganz auf das herbstliche Lebensgefühl eingestellt – und sie weiß, warum Wellness für Zuhause jetzt besonders gut tut: „Die Vorahnung auf den Winter weckt die Melancholie in den Menschen“, sagt die 35-jährige, die in ihrem kleinem Laden „Über“ in Berlin-Mitte Produkte verkauft, die dem erwachenden Bedürfnis nach Ruhe, Kontemplation und Wohlbefinden entgegen kommen. „Nach dem Sommer folgt der Rückzug in sich selbst.“

Süße Tees etwa erleichtern den Einstieg in die kalte Jahreszeit, sagt Kantowsky. Und edle Porzellanhauben für Teelichter sorgen für gedämpftes, warmes Licht in der Wohnung – ein willkommener Kontrapunkt zum grauen oder dunklen Himmel draußen.

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Im Herbst und Winter sollten aber am besten alle Sinne verwöhnt werden – nicht nur Augen und Gaumen. So laden Decken und Kissen aus kuschelig-weichen Materialien und CDs mit ruhigen Klängen zu entspannten Abenden auf dem Sofa ein. Und mit einem Buch in der Hand lässt es sich prima in der Badewanne versinken. Salze und Öle mit Mandel- oder Orangenaroma bringen dabei die Erinnerung an wärmere Tage ins Badezimmer.

Schon mit solch einfachen Dingen lässt sich die Zeit dunkler Abende, kalter Füße und schlechten Wetters angenehm gestalten. „Ein heißes Vollbad mit ätherischen Ölen wärmt den Körper, entspannt die Muskeln und ist gut fürs Gemüt“, sagt Lutz Hertel, Vorsitzender des Deutschen Wellnessverbands in Düsseldorf.

Das Wohnzimmer wird mit einer Duftkerze auf dem Sofatisch zur Wohlfühlzone. Da klingt es verführerisch, bei Kerzenschein in der gemütlichen, warmen Höhle zu sitzen und sich zu verwöhnen. Wellnessexperte Hertel warnt aber davor, dem winterlichen Kuschelbedürfnis zu sehr nachzugeben: „Es ist ein natürlicher Impuls bei Dunkelheit und Kälte, sich drinnen aufzuhalten. Aber für die Stimmung ist echtes Tageslicht unersetzlich.“

Gute Laune trotz verhangenem Himmel

Statt sich unter Infrarotlampe und Solarium zu legen, sollte man daher jeden Tag eine halbe Stunde spazieren gehen. Denn auch ein komplett verhangener Himmel lässt immer noch genügend Tageslicht durch, um den Serotoninspiegel im Gehirn anzuheben. Der Botenstoff hebt die Laune und wirkt einem durch Lichtmangel verursachten winterlichen Stimmungstief entgegen.

Um den Körper zwischendurch auf Trab zu bringen, empfiehlt Stefan Winter außerdem Wechselduschen, Saunagänge und drei bis vier Mal die Woche Sport an der frischen Luft. Und nicht nur lecker, sondern auch gesund sind Zitrusfrüchte, erläutert der Allgemeinmediziner aus Haßmersheim (Baden-Württemberg), der auf ganzheitliches Wohlbefinden spezialisiert ist. Sie enthalten Vitamin C in hoher Konzentration und helfen so, das Immunsystem zu stärken.

Anja Kantowskys Wohlfühlrezept für den Winter hat keinen besonders hohen Vitamingehalt, schmeichelt dafür aber ebenso den Sinnen wie Duftkerzen, Badeöle und Lotionen. Die Kuchenliebhaberin schwört auf die entspannende Wirkung des Backens: „Einen Kuchen zu backen ist pure Therapie, ein Zeitluxus, den man sich öfter gönnen sollte.“ Gegen süße Stimmungsaufheller hat auch Mediziner Winter keine Einwände. Seine Empfehlung: ab und zu mal eine Tasse heiße Schokolade trinken oder in eine Tafel mit möglichst hohem Kakaogehalt beißen.

Denn der in Schokolade enthaltene Kakao hat eine mild antidepressive Wirkung. Mehr als sechs Stücke täglich sollte man allerdings nicht verzehren. „Bei größeren Mengen überwiegen die Nebenwirkungen“, warnt der Mediziner – und die schlagen sich in Fettpölsterchen nieder. Um das zu vermeiden, sollte man Schokolade und Kuchen mit Freunden teilen. Gemeinsam naschen macht weniger dick, aber genauso gute Laune – und das den ganzen Winter über.

(Quelle: dpa/gms)

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