Diverses Worauf die Prüfer jetzt scharf zielen

impulse hat per Blitzumfrage bei Steuerberatern und Firmenchefs ermittelt: Was Betriebsprüfer jetzt unter die Lupe nehmen, wo sie fette Steuerbeute wittern. Damit sich Unternehmer optimal auf den Besuch vom Amt vorbereiten können.

Verträge mit Angehörigen

Das Problem: Hier wittern die Beamten von jeher Steuerhinterziehung. Deshalb prüfen sie intensiv, ob Löhne und Gehälter, Zinsen oder Mieten, die an den Ehegatten oder die Kinder gezahlt werden, tatsächlich im üblichen Rahmen liegen und auch formal in Ordnung sind.

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Konsequenz: Bevor die Prüfer kommen, alle Verträge mit Familienangehörigen auf den neuesten Stand bringen. Stimmen die tatsächlichen Zahlungen noch mit den Vertragsbedingungen überein? Sind die Konditionen so, wie sie auch unter Fremden üblich sind?

Amnestie

Das Problem: Wer 2004/2005 die Steueramnestie genutzt hat, gilt von vornherein als verdächtig. Das Finanzamt unterstellt grundsätzlich, dass Firmenchefs sich seinerzeit nicht komplett steuerehrlich gemacht haben. Das betrifft nicht nur Zinseinkünfte, sondern auch Betriebseinnahmen oder -ausgaben.

Konsequenz: Unternehmer lassen im Vorfeld der Prüfung vom Steuerberater abchecken, ob tatsächlich noch steuerliche Leichen im Keller liegen könnten. Wer dann reinen Tisch machen will, greift zur Selbstanzeige. Das schützt vor Strafe.

Schmiergelder

Das Problem: Gründen Unternehmer im Ausland Zweigniederlassungen, sind Aufträge oder Genehmigungen oft nur durch »nützliche Aufwendungen« zu haben. Solche Geschenke dürfen nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden.

Konsequenz: Schmiergelder sind für Finanzbeamte Steuerhinterziehung – und eine Meldung geht sofort an den Staatsanwalt. Dann drohen heftige Haftstrafen – auch wenn das Geld an Ausländer geflossen ist. Ganz wichtig: Wer solche Posten in der Buchhaltung stehen hat, sollte sofort einen Spezialisten für Steuerstrafrecht einschalten. Bucht er die fraglichen Beträge als Privatentnahme aus und gibt geänderte Steuererklärungen ab, kommt er womöglich mit einem blauen Auge davon.

Warenlagerbewertung

Das Problem: Weil die Käufer streiken, sitzen Hersteller und Händler auf hohen Lagerständen. Was davon veraltet oder kaum verkäuflich ist, muss der Firmenchef für die Bilanz kleinrechnen. Welche Abschläge drin sind, ist letztendlich Verhandlungssache.

Konsequenz: Waren, Rohstoffe, Zubehör auf den Teilwert abschreiben. Dazu Nachweise für die Diskussion mit dem Prüfer in Stellung bringen, falls der Beamte die Bewertung anzweifelt. Beste Argumente sind lückenlose Preisänderungslisten, Prospekte der Konkurrenz sowie die gesammelten Etiketten mit Rotstift-Preisen.

Verrechnungspreise

Das Problem: Die Prüfer argwöhnen bei Lieferungen und Leistungen zwischen Mutter- und Tochterfirmen, dass über die internen Verrechnungspreise Gewinne an steuergünstige Standorte verschoben werden. Deshalb durchleuchten sie die unternehmensinternen Kalkulationen. Unterstellen sie Manipulationen, sind hohe Steuernachzahlungen fällig.

Konsequenz: Firmenchefs sollten checken, ob ihr System der Verrechnungspreise vollständig, wirtschaftlich fundiert und damit steuersicher ist. Alle Aufzeichnungen, Verträge und Belege müssen à jour sein.

Software-Abschreibung

Das Problem: Hat die Firma eine komplexe Software-Lösung angeschafft, wollen die Prüfer etliche Nebenkosten in der Bilanz unterbringen, obwohl sie eigentlich sofort absetzbar sind.

Konsequenz: Gegenhalten. Sofort-Betriebsausgaben sind Rechnungen für Anwenderschulungen, Updates, Wartung oder Datenübernahmen.

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