Diverses WTO-Konferenz: Erfolg für den Freihandel verspielt

Reinhard Klimasch: Ressortleiter Steuer

Reinhard Klimasch: Ressortleiter Steuer© Florian Schwinge

Das Scheitern der WTO-Gespräche in Genf hat fatale Folgen: Es bremst nicht nur das weltweite Wirtschaftswachstum, sagt impulse-Redakteur Reinhard Klimasch. Sein Kommentar zeigt: Nachteile drohen auch dem deutschen Mittelstand.

Die Verhandlungen in Genf über eine weitere Liberalisierung des Welthandels sind gescheitert. Grund dafür war ein Streit zwischen den USA, China und Indien über den Import von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Also kein Grund zur Aufregung? Doch, denn das Scheitern der WTO-Gespräche ist ein Rückschlag. Die Protektionisten haben sich erst einmal durchgesetzt. Das schmälert für alle die Chancen auf Fortschritt und Wohlstand.

Nach einer Studie der Weltbank hätte ein erfolgreicher Abschluss der Handelsrunde der Weltwirtschaft ein zusätzliches Wachstum von bis zu 100 Milliarden US-Dollar in den nächsten Jahren gebracht. Ganz klar: Von einem umfassenden WTO-Beschluss hätten auch die deutschen Exporte profitiert, zumal die Auslandsgeschäfte der mittelständischen Firmen. So aber bleiben spannende Wachstumsmärkte bis auf Weiteres abgeschottet. Wer dort richtig ins Geschäft kommen will, muss vor Ort produzieren. Und darauf kann und will sich nicht jeder mittelständische Unternehmer einlassen. Gleichwohl werden Handel und internationale Arbeitsteilung weiter zunehmen. Der deutsche Export dürfte in diesem Jahr die Schallgrenze von einer Billion Euro erreichen. Die Perspektiven sind indes nicht mehr so rosig wie in den vergangenen Jahren. Es sei denn, die Welthandelsorganisation schafft nach den Wahlen in den USA doch noch den Durchbruch.

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