Diverses Zahlen geheim halten

Firmenchefs müssen bald ihre Bilanzen zeigen. Doch es gibt Auswege.

Was viele mittelständische Firmenchefs seit Jahren fürchten, wird nun Wirklichkeit: Ab 2007 haben sämtliche GmbHs und GmbH & Co KGs ihre diskreten Daten über Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage in eine öffentliche Datenbank einzuspeisen. Das hat der Deutsche Bundestag
Ende September 2006 beschlossen. Konsequenz: Die Konkurrenz kann demnächst ungehemmt schnüffeln – online am PC. Das wird ungemütlich. „Die Unternehmer fürchten
um ihre Wettbewerbsposition, wenn Konkurrenten Einblick bekommen“, kommentiert Rechtsanwalt Rudolf Bezler von der Stuttgarter Kanzlei Menold Bezler. Grundsätzlich gilt: Je größer die Firma ist, desto mehr Zahlen und Fakten muss sie herausrücken – über das jeweils abgelaufene Geschäftsjahr, die aktuelle Lage sowie die Perspektiven.

Die Veröffentlichung ist ab 2007 zeitnah zu erledigen. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Lagebericht und Anhang sind spätestens zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag an ein neues Unternehmensregister zu melden. Und zwar elektronisch und ohne besondere Aufforderung. Zuerst betroffen sind Firmen mit abweichen­dem Wirtschaftsjahr. Beispiel: Endet das laufende Geschäftsjahr am 28. Februar 2007, hat die Konkurrenz spätestens ab März 2008 ungehemmten Einblick in die Zahlen. Das Register wird genau darauf achten, dass die Firmen ihre Pflichten erfüllen. Ansonsten ist mit Bußgeld bis zu 50000 Euro zu rechnen. Wer neugierige Wettbewerber abblocken will, sollte jetzt rasch handeln. Und zum Beispiel einen Vollhafter installieren. Denn: Alle Zahlen bleiben geheim, sobald neben der Kapitalgesellschaft eine natürliche Person für die Firmenschulden aufkommen muss. Das kann etwa ein Familienangehöriger sein, der über ein eher bescheidenes Privatvermögen verfügt.
Extra: Gemeinsam mit der Kanzlei Menold Bezler in Stuttgart zeigt
impulse, welche Firmen welche Daten veröffentlichen müssen. Außerdem sind die wichtigsten Abwehrstrategien aufgelistet und erläutert.

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Im Internet unter www.impulse.de/publizitaet.

Weitere Artikel aus dem Ressort Steuer können Sie in der impulse-Ausgabe 12/2006, Seite 104, nachlesen.

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