Diverses Zeitwertkonten sind für alle attraktiv

Über 90 Prozent der mittelständischen Unternehmen, die ihren Mitarbeitern Zeitwertkonten anbieten, sind äußerst zufrieden mit ihren Modellen.

Unternehmen, die Zeitwertkonten führen, sind insgesamt mit ihren Modellen sehr zufrieden. Das ist das Ergebnis einer Studie aus dem Juni 2008, die HDI-Gerling und das F.A.Z.-Institut unter 200 Mittelstandsbetriebe mit 50 bis 1.000 Mitarbeitern durchgeführt haben. Die befragten Unternehmen führen entweder bereits Zeitwertkonten oder planen ihre Einführung bis 2011. Ebenfalls positiv äußerten sie sich über die Nachfrage auf Mitarbeiterseite: Vier von zehn Mittelständlern geben an, ihre Erwartungen seien übertroffen worden. Immerhin mehr als 50 Prozent der Beschäftigten beteiligten sich an den angebotenen Zeitwertkontenmodellen. Bei kleineren Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern ist die Nachfrage sogar größer als bei Betrieben mit 500 bis 1.000 Beschäftigten.

Kein Wunder, denn Zeitwertkonten haben aber mehr als einen organisatorischen Vorteil für das Unternehmen: Sie dienen immer häufiger als Rekrutierungsinstrument. Denn in Zeiten, in denen hochqualifizierte Mitarbeiter gefragter denn je sind, müssen Unternehmen neue Wege der Mitarbeiterbindung gehen. Das attraktive Grundgehalt ist vielen Arbeitnehmern nicht mehr ausreichend, Ihnen ist zeitliche Flexibilität häufig wichtiger. Unternehmen, die Zeitwertkonten anbieten, ermöglichen es ihren Mitarbeitern, den Zeitpunkt ihres Rentenbeginns selbst zu bestimmen. Denn der Mitarbeiter zahlt auf dieses Konto entweder Arbeitszeit oder Arbeitsentgelt ein, und finanziert sich so eine bezahlte Freistellung.

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Trotz dieser Vorteile werden Zeitwertkonten bisher eher von großen Unternehmen angeboten. Mittelständler sind häufig noch zurückhaltend, zeigt die Studie. Um das Modell für mittelständische Betriebe attraktiver zu gestalten, wünschen sich die Personalentscheider eine leichtere Portabilität der Wertguthaben, einen geringen bürokratischen Aufwand sowie verbesserte Regelungen zum Insolvenzschutz. An zwei dieser Kriterien, der Portabilität und dem Insolvenzschutz, setzt auch der Gesetzgeber mit seinem aktuellen Referentenentwurf zum „Flexi-Gesetz“ an, das die sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen von Zeitwertkonten regelt. Beim Thema Insolvenzsicherung gibt es jedoch einen großen Aufholbedarf. Nur gut 40 Prozent der Unternehmen bestätigen in der Befragung ausdrücklich, ihrer Pflicht zur Insolvenzsicherung für Zeitwertkonten nachzukommen.

Zuviel staatliche Regelungswut soll es jedoch auch nicht sein: Die Mehrheit der Personalentscheider ist dagegen, dass der Gesetzgeber die Kontoführung von Wertguthaben in Geld obligatorisch vorschreiben will. Drei Viertel der befragten Nutzer von Zeitwertkonten führen sie derzeit nicht in Geld sondern in Zeit. Auch die Mittelständler, die in den nächsten drei Jahren dieses Personalinstrument bei sich implementieren möchten, bevorzugen mehrheitlich die Kontoführung in Zeit statt Geld.

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