Diverses „Zinsen nicht erhöhen“

Professor Norbert Walter ist Chefvolkswirt der Deutsche-Bank-Gruppe und Drei-Fragen-Kandidat im Dezemberheft von impulse.

impulse: Herr Walter, welche Reformen muss die neue Regierung angehen? Und welche wird sie angehen?

Walter: Ich erwarte von der neuen Bundesregierung, dass sie wenigstens die Reformen zügig angeht, bei denen in CDU/CSU und SPD ein gewisser Konsens besteht. Dies wird beispielsweise in der Unternehmensbesteuerung der Fall sein. Auch die Föderalismus­reform kann sie nun vorantreiben. Hoffentlich kann die SPD sich durchringen, bei den Hartz-Reformen nachzubessern. Was ich mir sehr wünschen würde, wären weit reichende Reformen im Gesundheits- und im Bildungswesen, aber hier sehe ich schwarz.

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Welcher Druck geht vom Öl aus?

Im Jahr 2006 wird der Ölpreis leicht fallen, das Barrel Öl im Jahresdurchschnitt 60 US-Dollar kosten. Ein hoher Ölpreis ist für Deutschland nicht so problematisch wie oft angenommen. Die nachhaltig angepassten Preise sorgen für Energieersparnis. Sowohl Energie sparende Autos als auch die Isolierungsindustrie werden Marktanteile gewinnen. Hier gehört die deutsche Wirtschaft zur Weltspitze.

Die Inflation in Deutschland steigt. Erhöht die EZB die Zinsen, und wie würde sich das auswirken?

In den nächsten zwölf Monaten wird die EZB die Zinsen nicht anpassen. Die erhöhte Inflation ist auf den Ölpreis zurückzuführen, andere Preise und Löhne sind stabil. Es wäre unvernünftig, die Zinsen anzuheben.

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