Diverses Zuerst die Steuern senken

Industrie-Präsident Thumann sagte impulse vor der Wahl, was er von der neuen Regierung erwartet.

impulse: Herr Thumann, welche Aufgabe muss die neue Bun­desregierung als Erstes anpacken?

Thumann: Die neue Regierung muss die Steuern für Unternehmen senken, damit hiesige wie internationale Firmen wieder in Deutschland investieren. Aber das allein reicht bei weitem nicht. Die Regierung braucht ein Gesamtkonzept, damit wir global wieder wettbewerbsfähig werden. Dazu gehört vor allem die Förderung von und die Investition in Forschung und Entwicklung. Denn ohne eine bessere Wertschöpfung werden wir keine neuen Arbeitsplätze schaffen. Und dazu gehört auch die Sanierung der maroden Sozialsysteme. Das heißt konkret: Statt staatlicher Hilfe müssen die Bürger künftig mehr auf Eigenleistung setzen.

Anzeige

Wie viel Sozialstaat muss abgebaut werden?

Das können Sie an den staatlichen Lohn­zu­satzkosten festmachen. Derzeit betra­gen sie rund 42 Prozent. Sie müssen jetzt schnell auf unter 40 Prozent verringert werden. Das ist der erste Schritt, um Arbeit wieder bezahlbar zu machen, und der ist jetzt unabdingbar notwendig.

Die größten Sozialkosten ver­ursacht die Rentenversiche­rung. Wie kommen wir von dieser Last herunter?

Durch mehr Arbeit. Denn obwohl die Ren­tenkasse schon 78 Milliarden Euro aus Steuer­mitteln bekommt, drohen uns ständig steigende Beiträge. Das kostet viele Arbeitsplätze. Die Wochenarbeitszeit muss also auf mindestens 40 Stunden steigen …

… was Sache der Tarifpartner
ist …

… und da gibt es gerade in mittelständischen Unternehmen schon viele vernünftige Regelungen. Doch auch dies ist erst ein Anfang. Was jetzt notwendig ist, sind längere Jahresarbeitszeiten. Wenn ich meine Betriebe weltweit vergleiche, arbeiten wir Deutschen pro Jahr 400 Stun­den weniger als die US-Amerikaner, 280 Stunden weniger als die Briten und 230 Stunden weniger als die Hollän­der. Um international mithalten zu können, müssen Vollzeitbeschäftigte hier zu­ Lande künftig 300 Arbeitsstunden pro Jahr mehr leisten. Das ist unser Ziel. Deshalb brauchen wir die 40-Stunden-Woche.

Das vollständige Interview können Sie in der impulse-Ausgabe 10/2005, Seite 48, nachlesen.

Neugierig geworden, aber noch kein Heft-Abonnent? Dann Geschenk auswählen und online abonnieren

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...