Diverses Zweite Chance

Gute Nachricht für alle, die bislang gezögert haben: Wer die Firma, Firmenanteile oder private Immobilien in der Familie weiterreichen will, profitiert vorerst noch von den günstigen Steuerkonditionen. Obwohl das Bundesverfassungsgericht die Steuerregeln bei Schenken und Vererben gekippt hat (Aktenzeichen 1 BvL 10/02).

Der Gesetzgeber ist aufgefordert, die Bewertungsvorschriften für Betriebs- und Immobilienvermögen grundlegend zu ändern – und zwar spätestens bis zum 31. Dezember 2008. Dass Berlin versucht sein könnte, die neuen Spielregeln rückwirkend zu installieren, ist nicht völlig ausgeschlossen. Dann würde man sich allerdings mit den Karlsruher Richtern anlegen. Deren Vorgabe ist klar: „Bis zu der Neuregelung ist das bisherige Recht weiter anwendbar.“

Somit bleibt Unternehmerfamilien und Immobilieneignern Zeit, Steuer sparend zu disponieren. Denn demnächst wird Schenken und Vererben deutlich teurer, weil künftig der aktuelle Marktwert von Immobilien Grundlage für die Steuer sein muss, so befanden die Verfassungsrichter.

Anzeige

Bislang sind durchweg nur etwa 40 bis 60 Prozent des Marktwerts steuerpflichtig. Mehr Steuern kostet auch das Übertragen von Betriebsvermögen. Denn hier zählen demnächst Ertrags- statt der niedrigen Steuerbilanzwerte. Auf diese Weise steigt die Bemessungsgrundlage für die Steuer um ein Vielfaches.

Allerdings: Der Gesetzgeber kann das Übertragen von Betriebs- und Immobilienvermögen im Vergleich Geldvermögen (Guthaben, Wertpapiere) in einem zweiten Schritt steuergünstiger gestalten. Das haben die Verfassungsrichter ausdrücklich bekräftigt. Die Diskussion darüber hat im politischen Berlin unmittelbar nach dem Spruch aus Karlsruhe begonnen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...