Finanzen + Vorsorge Basel II: Neue Bedingungen für Firmenkredite

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Ab dem Jahr 2006 gelten neue Eigenkapitalrichtlinien für die Banken, besser bekannt unter dem Stichwort Basel II. Nicht das Verhandlungsgeschick des Firmenchefs, sondern das Ausfallrisiko bestimmen dann die Höhe des Zinssatzes. impulse.de zeigt, worauf es künftig beim Bankgespräch ankommt.

Im Jahr 2006 gelten auf den Finanzmärkten neue Spielregeln. Dafür sorgt die weltweite Reform der Eigenkapitalrichtlinien für die Banken, auch Basel II genannt.

Von den umfassenden Neuerungen befürchten vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen schlechtere Kreditbedingungen. Denn jeder Betrieb, der zusätzliches Fremdkapital aufnehmen will, muss sich demnächst einer Unternehmensbewertung, auf neudeutsch Rating, unterziehen, da die Kreditinstitute die Bonität ihrer Kunden künftig nach einem festgelegten Kriterienkatalog benoten. Je besser die Note ausfällt, desto weniger Eigenkapital müssen die Banken für den Kredit aufwenden, und umso günstiger können sie dann ihre Konditionen gestalten. Aktuell gilt für die Finanziers eine pauschale Sicherheitshinterlegung von acht Prozent Eigenkapital.

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Die neue Kreditprüfung

In der Vergangenheit haben die Banken die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden vor allem anhand der letzten drei bis fünf Bilanzen bewertet, die ihnen von den Firmenchefs vorgelegt wurden.

Das Baseler Abkommen sieht nun vor, dass neben diesen Daten aus der Vergangenheit auch zukunftsbezogene Fakten stärker berücksichtigt werden. Dazu zählen neben konjunkturellen Aussichten und Markttrends vor allem so genannte weiche Faktoren wie Management- und Mitarbeiterqualität.

Die Folgen für alle Unternehmen: Sie müssen ihren Finanzpartner nicht nur über Umsatz, Soll-Ist-Vergleiche und Cash-Flow informieren. Künftig wollen die Banker auch wissen, wie die Kompetenzen und Aufgaben innerhalb der Gesellschaft geregelt sind, welche Strategiepläne und Leitsätze der Betrieb verfolgt und in welchem Umfang zum Beispiel Personalschulungen geplant sind. Auch über die Krisenpläne, die in schweren Zeiten verfolgt werden sollen, möchte der Geldgeber Details wissen.

Für deutsche Mittelständler gibt es mittlerweile einen Hoffnungsschimmer, dass sich das dringend benötigte Fremdkapital nicht unnötig verteuern wird. So haben sich die Kreditinstitute auf eine so genannte Retail-Klausel geeinigt. Die Vereinbarung hält fest, dass die Banken künftig für Kredite an private und kleine Firmen nur sechs Prozent Eigenkapital aufbringen müssen. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als bisher. Als „kleine Unternehmen“ bezeichnen die Geldgeber alle Betriebe mit einem Umsatz von maximal zwei Millionen Euro – also immerhin 90 Prozent der deutschen Firmen.

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