Finanzen + Vorsorge Commerzbank bietet Aktien mit großem Rabatt an

Die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt

Die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt© Commerzbank AG

Mit kräftigem Rabatt wirft die Commerzbank neue Aktien auf den Markt. Das Institut will Milliarden einsammeln, um den Staat abzuschütteln. Für die Alt-Aktionäre ist der Deal erneut ein schmerzhaftes Geschäft.

Die erneute milliardenschwere Kapitalerhöhung der Commerzbank wird für Alt-Aktionäre des teilverstaatlichten Dax-Konzerns noch schmerzhafter als befürchtet. Die Aktien werden zu einem Preis von gerade einmal 4,50 Euro pro Stück platziert, wie das Institut am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Am Montag war noch über einen Emissionspreis von rund fünf Euro spekuliert worden. Um auf den angestrebten Erlös von 2,5 Milliarden Euro zu kommen, muss die Bank die Aktienzahl fast verdoppeln.

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Mit der Kapitalerhöhung will der teilverstaatlichte Dax-Konzern die verbliebenen direkten Staatshilfen aus der Zeit der Finanzkrise (1,6 Mrd Euro) und die Stille Einlage des Versicherers Allianz (750 Mio Euro) zurückzahlen. Der Aktienanteil des Rettungsfonds Soffin an der Commerzbank soll in der Folge von 25 Prozent auf unter 20 Prozent sinken. Den Löwenanteil der Stillen Einlage des Staates von ursprünglich 16,4 Milliarden Euro hatte die Bank mit einer Kapitalerhöhung vor zwei Jahren getilgt.

Abschlag auf den Börsenkurs: rund 38 Prozent

Nun gibt die Commerzbank insgesamt gut 555 Millionen neue Aktien aus. Der Abschlag auf den Börsenkurs abzüglich des Preises für die Bezugsrechte liegt damit bei gut 38 Prozent. Altaktionäre können die neue Papiere von diesem Mittwoch (15.5.) an bis einschließlich 28. Mai zeichnen. Für 21 bisherige Anteilsscheine können sie 20 neue ordern. Wer keine neuen Aktien möchte, kann sein Bezugsrecht bis zum 24. Mai an neue Investoren verkaufen.

Die Commerzbank hatte die Ausgabe neuer Papiere Mitte März angekündigt. Im April stimmte die Hauptversammlung dem Schritt trotz scharfer Kritik von Kleinaktionären mit großer Mehrheit zu. Um die komplizierte Transaktion durchziehen zu können, musste das Institut kurz danach den Kurs aufhübschen: Es legte zehn alte Aktien zu einer neuen zusammen. Dadurch verzehnfachte sich der Aktienkurs an der Börse. Das sollte verhindern, dass der Kurswert unter einen Euro sinkt. Denn dann wäre eine Kapitalerhöhung unmöglich, da keine neue Aktie unter einem Nennwert von einem Euro ausgegeben werden darf.

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