Finanzen + Vorsorge Das Beste aus zwei Welten

Fonds und Zertifikate rücken enger zusammen. Was die neuen Produkte Anlegern bieten.

Verrat witterte die Fondsbranche,
als die Privatbank HSBC Trinkaus
& Burkhardt 2002 erstmals Zertifikate in einen Fonds verpackte. Wie konnte sich ein so renommierter
Fondsanbieter mit der jungen Konkurrenzanlage
einlassen.

Inzwischen haben sich die Wogen
geglättet. Zwar rangeln Investmentfonds
und Zertifikate mehr denn je
um die Gunst der Anleger. Doch seit
einigen Monaten sind es vor allem die
Kombiprodukte aus beiden Anlagen,
die ganz vorne auf den Kaufzetteln
stehen. Wie seinerzeit HSBC kreiert
eine Fondsgesellschaft nach der anderen
neue Zertifikatefonds. „Die Anleger
mögen die neuen Papiere, weil sie
eine Hilfe im Zertifikatedschungel
darstellen, flexibler als Fonds sind
und überdies mehr Sicherheit bieten“,
sagt Heiko Weyand, Investmentexperte
bei HSBC.

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Allein der Preis
schreckt Anleger bisweilen ab. Welche
der neuen Fonds ihre Gebühren
wert sind , hat impulse recherchiert. Zu den größten Vorteilen der Zertifikatefonds gehört die professionelle Verwaltung des Portfolios. Unter den
aktuell in Deutschland handelbaren
170.000 Papieren kennt sich kaum ein
Anleger mehr alleine aus. Alle Werte
haben ihre eigenen Anlageziele,
Schwankungsbreiten, Risikopuffer
oder Laufzeiten. Guten Fondsmanagern
gelingt aus 30 bis 50 Zertifikaten
jedoch eine Mischung, die ein bestimmtes Anlageziel konsequent verfolgt.

Fonds aus Discountzertifikaten
etwa bieten einen größeren Risikopuffer, Fonds mit Bonuszertifikaten
locken mit Zusatzerträgen – jeweils
verglichen mit reinen Aktienfonds.
Je nach Anlageziel fallen daher die
Renditen unterschiedlich aus. So legte
etwa der DWS Bonuszertifikatefonds
13 Prozent in einem Jahr zu, doch die
Risikoabsicherung ist hier niedriger
als etwa beim HSBC Trinkaus Discountzertifikate Inka-Fonds, dessen
Wert nur um sechs Prozent stieg.

Die Spezialmischungen haben ihren
Preis. In den üblichen Managementgebühren
und den Ausgabeaufschlägen
findet sich zusätzlich oft
noch ein Obolus für den Kauf der Zertifikate. Die Anbieter spielen diesen
Punkt herunter. „Solange nur eigens
für den Fonds konstruierte Zertifikate verwendet werden, gilt das
nicht“, so Ferdinand Haas, Leiter
strukturierte Produkte bei der DWS.
Gleichwohl sollten Anleger darauf
achten, dass sie für Zertifikatefonds
nicht mehr bezahlen als für klassische
Aktienfonds.

Eines gibt es bei den Zertifikatefonds
jedoch kostenlos: Sicherheit.
Hier stehen sie besser da als reine Zertifikate. Werden deren Emittenten
insolvent, verlieren auch Anleger ihr
Erspartes. Bei Fonds hat das Kapital
den Status eines Sondervermögens
und ist gegen Pleiten geschützt.

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