Finanzen + Vorsorge Der Mann fürs Liquide

Professionelles Kreditmanagement erspart der Firma Forderungsausfälle. Vorausgesetzt es beginnt schon vor der ersten Lieferung.

Unternehmer Dietmar Habbel (Foto)
drückte noch einmal die
Schulbank – trotz eines abgeschlossenen
BWL-Studiums. Im März machte
der 32-jährige Chef der TVS Transport
Beton GmbH & Co KG aus dem
sauerländischen Esloh sein Examen
– inklusive schriftlicher Abschlussarbeit
und mündlicher Prüfung. „Für
mein Unternehmen zahlt sich die
Büffelei in barer Münze aus“, weiß der
Chef der Transportfirma nach einem
Jahr Paukerei.

Mit elf Mitarbeitern vertreibt er Beton von Herstellern aus dem Sauerland und Siegerland. Abnehmer sind hauptsächlich Baufirmen und Handwerker. Heute ist Habbel
als Kreditmanager in seiner eigenen Firma tätig. Er reagiert damit auf die seit langem schlechte Zahlungsmoral seiner Kunden. Über 40.000 Euro musste er bisher jedes Jahr als
Forderungsausfälle verbuchen.

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Ähnlich geht es tausenden von deutschen
Firmen. Zwei von drei Unternehmern
geben dem Zahlungsverhalten
ihrer Kunden schlechte Noten,
so eine Untersuchung des Verbands
der Vereine Creditreform vom Herbst
vergangenen Jahres. Nur jeder Dritte
machte die Erfahrung, dass Rechnungen
zügig bezahlt werden. „Forderungsausfälle
gehören zum Unternehmensalltag“, konstatiert die Studie nüchtern. „Sie sind
inzwischen die Hauptursache für Firmenpleiten“, sagt Creditreform-Geschäftsführer Jörg Rossen. Und die
Zahl der Unternehmensinsolvenzen
ist nach wie vor mit 40.000 pro Jahr
unverändert hoch. „Auch für 2005
kann von Entspannung keine Rede
sein“, so der Neusser Experte.

Das sind bittere Zahlen – zugleich
aber auch ideale Bedingungen für einen
neuen Typus von Beratern: die
Kreditmanager. Sie begleiten ihre
Kunden vom ersten Kontakt mit einem
potenziellen Auftraggeber. Sie
prüfen die Bonität schon im Vorfeld
des Geschäftsabschlusses. Zusätzlich
beschaffen sie Sicherheiten, bestimmen
Kreditlimits, erstellen Ratings und überwachen den kompletten Zahlungsverkehr. Das herkömmliche Debitoren- oder Forderungsmanagement greift dagegen erst, wenn ein Kunde seine Rechnung nicht bezahlt.

„Der hohe zusätzliche Aufwand macht sich schnell bezahlt. Denn er reduziert die Zahlungsziele und mindert die Gefahr, dass Forderungen gar nicht beglichen werden“, erklärt Tobias Behrensdorf von der Göttinger
Prof. Schumann GmbH, die vor
allem mittelständische Firmen bei
der Einführung des Kreditmanagements
berät.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 05/2005, Seite 112, nachlesen.

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