Finanzen + Vorsorge Deutlich weniger Firmenpleiten – aber höherer Schaden

Der Richterhammer bei Urteilsfällung.

Der Richterhammer bei Urteilsfällung.

Die Pleitewelle in der Solarindustrie und der Zusammenbruch des Schlecker-Imperiums sorgten 2012 für Schlagzeilen. Dennoch war das Jahr mit Blick auf Firmeninsolvenzen kein Katastrophenjahr - im Gegenteil.

Die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland ist dank der robusten Konjunktur auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 gesunken. Die Amtsgerichte meldeten im vergangenen Jahr 28304 Firmeninsolvenzen, das waren sechs Prozent weniger als 2011, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag nach vorläufigen Zahlen mitteilte. Der wirtschaftliche Schaden stieg wegen großer Pleiten etwa im Handel und in der Solarbranche allerdings deutlich.

Experten erwarten, dass die Zahl der Unternehmenszusammenbrüche in diesem Jahr angesichts unsicherer Konjunkturaussichten wieder zunimmt. Die wirtschaftliche Entwicklung sei in vielen Bereichen instabil, erklärte der Verband Insolvenzverwalter Deutschlands (VID).
Es sei daher unklar, ob sich die positive Entwicklung fortsetze. Einen Anstieg der Unternehmenszusammenbrüche hatte es den Statistikern zufolge zuletzt im Krisenjahr 2009 gegeben (plus 11,6 Prozent).

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51,7 Milliarden Euro offene Forderungen

Trotz des Rückgangs stieg der wirtschaftliche Schaden deutlich. Die Gerichte bezifferten die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger auf rund 51,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 31,5 Mrd). Dabei schlugen große Insolvenzen wie der Zusammenbruch der Drogeriemarktkette Schlecker und die Pleitewelle in der Solarbranche zu Buche.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen verringerte sich im vergangenen Jahr ebenfalls. Sie sank um 5,5 Prozent auf 97.635 Fälle. Damit gab es zum dritten Mal seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 weniger Verbraucherpleiten.

Zum Jahresende gab es einen besonders starken Rückgang bei den Firmenpleiten (minus 24,4 Prozent) und den Verbraucherinsolvenzen (minus 23,3 Prozent). Allerdings hatte der Dezember 2012 weniger Arbeitstage als im Jahr zuvor, so dass die Gerichte den Angaben zufolge weniger Insolvenzanträge bearbeiten konnten. Die Wiesbadener Behörde erfasst in ihrer Statistik nur die Fälle, über die bereits entschieden wurde.

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