Finanzen + Vorsorge Deutsche akzeptieren höhere Strompreise

Eine aktuelle Forsa-Umfrage kommt zu interessanten Ergebnissen: Viele Bundesbürger sind dazu bereit, zugunsten des Atomausstiegs und des Ausbaus erneuerbarer Energien mehr für Strom zu zahlen.

Knapp ein Jahr nach der Fukushima-Katastrophe geben 61 Prozent der Deutschen an, dass sie Aufschläge für den Ausbau der Erneuerbaren Energien hinnehmen. Dies ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU).

Je höher das Einkommen der Befragten, desto ausgeprägter ist die Bereitschaft. Ökostrom wird demnach auch dann akzeptiert, wenn in der Nachbarschaft ein Windpark gebaut werden sollte: 54 Prozent fänden dies der Umfrage zufolge gut oder sehr gut. Befragt wurden Anfang Dezember 1100 Erwachsene.

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VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck sagte, die Energiewende sei nicht zum Nulltarif zu haben. „Ohne den Willen der Bevölkerung, den Umbau auch finanziell mitzutragen, wäre dieses wichtige Projekt zum Scheitern verurteilt.“ Tatsächlich liegen die Preise an den Strombörsen wieder in etwa auf dem Niveau der Zeit vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima.

Auch für die Haushalte ergab sich 2012 noch kein Preissprung – trotz der Abgaben für Erneuerbare Energien und den Netzausbau. Nach der Abschaltung der älteren Atomkraftwerke in Deutschland hat sich der Stromexport Deutschlands zwar verringert, das Land ist insgesamt aber nach wie vor kein Importeur von Strom.

Ausbau der Netze stockt

Während der Ausbau des Ökostroms zuletzt zügig vorankam und mittlerweile rund ein Fünftel des Verbrauchs aus Wind, Wasser oder Sonne gedeckt werden, läuft der parallele Ausbau der Netze zäh. Die Deutsche Energieagentur (Dena) hält über 4000 Kilometer neue Leitungen für nötig, deren Bau häufig auf Widerstand trifft. Ein gemeinsames Projekt zwischen Dena und der Deutschen Umwelthilfe, um für mehr Akzeptanz zu werben, scheiterte allerdings Ende vergangenen Jahres. Der Umweltverband zog sich nach Streitigkeiten über die Organisation zurück.

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