Finanzen + Vorsorge Deutsche Verbraucher: Shoppen statt Sparen

Die TV-Abteilung eines Kaufhauses

Die TV-Abteilung eines Kaufhauses© Yuri Arcurs - Fotolia.com

Sichere Arbeitsplätze und die Aussicht auf mehr Einkommen - bei deutschen Verbrauchern herrscht so viel Optimismus wie selten zuvor. Das erleichtert die Entscheidungen für größere Anschaffungen. Ans Sparen denken immer weniger Menschen.

Die Aussicht auf einen Konjunkturaufschwung hat die Verbraucherstimmung in Deutschland weiter beflügelt. Die Konsumlaune sei im Januar so gut gewesen wie zuletzt vor mehr als sechs Jahren, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch in Nürnberg mit. Ein stabiler Arbeitsmarkt sowie eine geringe Inflation seien für das Konsumklima derzeit ideal.

Setze sich die Entwicklung weiter fort, dürfte der private Verbrauch auch 2014 wieder einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten, schätzt die GfK. 2013 lag der Beitrag bei knapp einem Prozent. Eine exakte Prognose für 2014 will die GfK erst Mitte Februar bekanntgeben.

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Als Triebfeder des Konsumklimas erwies sich im Januar vor allem die Zuversicht vieler Menschen, 2014 mehr Geld auf dem Lohn- und Gehaltskonto zu haben: Der Indikator für die sogenannte Einkommenserwartung kletterte auf ein 13-Jahres-Hoch, berichtete die GfK.

Konjunkturaufschwung und niedrige Zinsen

Entsprechend locker saß bei vielen Verbrauchern das Geld: Die sogenannte Anschaffungsneigung legte nach GfK-Angaben zum Jahresauftakt noch einmal zu und übertraf selbst das Sieben-Jahres-Hoch vom Dezember 2013. Das Konsumklima werde daher im Februar auf den Wert von 8,2 Punkte klettern – nach revidiert 7,7 Punkten im Dezember.

„Die Bundesbürger sehen die deutsche Wirtschaft derzeit klar im Aufschwung“, stellten die Konsumforscher fest. Dies belege der Indikator für die konjunkturellen Erwartungen der Verbraucher. Der Wert stieg im Januar zum fünften Mal in Folge.

Nach Einschätzung der Nürnberger profitiert das Konsumklima zudem stark von den niedrigen Zinsen: Viele Verbraucher hielten niedrig verzinste Geldanlagen etwa auf Tages- oder Festgeldkonten kaum noch für attraktiv, berichtete GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl.

„Die Sparneigung der Deutschen befindet sich im freien Fall und ist im Januar abermals auf den niedrigsten Wert seit der deutschen Wiedervereinigung gesunken“, sagte Bürkl. Im Januar hatte der Index für die Sparneigung bei minus 49 Punkten gelegen. Inflationsgefahren sieht Bürkl wegen der großen Ausgabefreude dennoch nicht.

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