Finanzen + Vorsorge Die Chancen der Blue Chips – Teil 1

Neues Jahr - neues Glück. Nach den teils kräftigen Kursverlusten 2011 zeigen sich die DAX-Titel in sehr unterschiedlicher Verfassung. Einige Werte locken mit attraktiven Einstiegsniveaus bei geringem Risiko, von anderen sollten Anleger die Finger lassen.

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Beim Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach klingelte im vergangenen Jahr die Kasse. Und auch 2012 dürfte sich dank der Fußball-EM und den Olympischen Spielen gut entwickeln. Das zeigt sich auch im Chart. Bereits im Bereich um 42 Euro griffen 2011 wiederholt Schnäppchenjäger zu. Neben dieser ersten Unterstützung findet sich noch um 40 und knapp unter 35 Euro eine gute Stabilisierungszone.

Damit bleibt der Blick nach oben gerichtet. Zwar befindet sich der DSS Bressert bereits im überkauften Bereich – weitere Kursgewinne sind aber durchaus noch möglich. Erster Zielkurs ist das im Sommer 2011 markierte Rekordhoch bei 57,62 Euro. Wird dieses Niveau auf Wochenschlusskursbasis überwunden, ist erfahrungsgemäß an runden Kursmarken wie 60 und 70 Euro mit einer Konsolidierung zu rechnen.

Allianz

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Ganz anders sieht die Lage bei der Allianz aus. Seit dem Jahr 2000 lastet ein Abwärtstrend auf dem Wert, der aktuell bei rund 98 Euro verläuft und bis zum Jahresende auf rund 86 Euro fällt. Auch wenn der Versicherungskonzern die Gerade überwinden sollte, lauert bei 108 Euro eine als recht zuverlässig einzuschätzende horizontale Barriere, an dem die Allianz-Papiere bereits Anfang 2011 scheiterten.

Zuvor könnte bereits die fallende 200-Tage-Linie bei aktuell 82 Euro Avancen Richtung Norden verhindern. Zur Disposition steht derzeit der Bereich um 77 Euro. Wird die Aktie über den fallenden 2011er-Hochs gehandelt, erscheint ein Test des Abwärtstrends wahrscheinlich. Geht es unter das November-Tief bei 64 Euro, drohen Abgaben bis 56 Euro. Erst am Zehnjahrestief um 45 Euro wird der Wert wieder richtig billig.

BASF

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Recht aussichtsreich präsentiert sich BASF. Der 2011er-Crash führte zu einem Test eines seit 2010 bestehenden recht flachen Aufwärtstrends, der bis Ende 2012 auf gut 45 Euro ansteigt. Zusammen mit dem jüngsten Kaufsignal im MACD dominiert derzeit die Käuferseite das Geschehen beim Ludwigshafener Chemiekonzern.

Die Aktie legte einen guten Jahresauftakt hin und generierte mit Kursen über den Herbst-Hochs ein Kaufsignal. Gelingt nun der nachhaltige Anstieg über die 200-Tage-Linie, rückt das Rekordhoch bei 70,22 Euro in Reichweite. Das maximale Kurspotential wird durch einen seit 1998 bestehenden Aufwärtstrend begrenzt, der Kurse von 80 Euro in diesem Jahr zulässt.

Bayer

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Wenig spektakulär gestaltet sich der Blick auf den Kursverlauf des Pharma- und Chemieriesen Bayer. Nach der kräftigen Erholung von 2003 bis 2007 ist der Wert seit rund vier Jahren in einer Schiebezone gefangen. Nach Norden hin lässt sich ab 57 Euro, spätestens aber 66 Euro eine deutliche Verkaufsbereitschaft ausmachen. Erst wenn diese obere Begrenzung überwunden wird, könnte ein dynamischer Impuls einsetzen.

Nach unten hin stoppte der Abverkauf an der Support-Zone zwischen 32 bis 35 Euro. Inzwischen hat die Aktie auch den Bereich um 45 Euro zurückerobert sowie den langfristigen 200-Tage-Durchschnitt. Da auch die Indikatoren auf grün stehen, erscheint derzeit eher ein Test der oberen Extremzone wahrscheinlich.

BMW

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Die Papiere des Münchner Autobauers gaben in den vergangenen drei Jahren mächtig Gas. Auch die Korrektur in 2011 konnte dem Papier nur wenig anhaben. Bereits an der ersten, wenn auch recht wichtigen Zone bei rund 49 Euro stabilisierte sich der Kurs. Neben einem langfristigen horizontalen Widerstand verläuft hier auch das 23,6 Prozent-Retracement-Niveau der Aufwärtsbewegung von 16 auf 74 Euro.

Sollte die seit Jahresbeginn laufende Aufwärtsbewegung anhalten, dürfte sich auch der als schwach einzuschätzende Widerstand bei 65 Euro nicht als große Herausforderung erweisen. Zielbereich im bullischen Szenario ist das Rekordhoch bei 74 Euro sowie ein noch nicht bestätigter Aufwärtstrend bei aktuell 81 Euro.

Beiersdorf

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Defensive Werte sind in schwierigen Börsenzeiten Trumpf. Während der DAX 2011 rund 15 Prozent in den Keller rauschte, behauptete sich der Niveau-Hersteller mit Kursgewinnen von gut drei Prozent. Dennoch lockt der Chart nicht gerade zum Einstieg. Seit zwei Jahren ist die Aktie in einer Seitwärtsrange gefangen, die zuletzt sogar eine leicht abwärtsgerichtete Tendenz aufwies. So lange die Unterstützungszone zwischen 38 bis 40 Euro hält, sollten Bären die Füße stillhalten. Erst darunter ergeben sich Short-Chancen bis 28 / 30 Euro.

Richtung Norden kam es ab 46,60 / 49 Euro immer wieder zu Gewinnmitnahmen. Auch wenn dieses Niveau geknackt werden sollte, lässt die breite Konsolidierung in 2007 und 2008 auf keine lohnende Kursrally erwarten. Fazit: Es gibt bessere Aktien.

Commerzbank

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Deutschland’s Liebling der Spekulanten aus dem Blue Chip-Segment ist zweifellos die Commerzbank-Aktie. Ein zweifelhafter Ruhm für das zweitgrößte deutsche Institut – angesichts der inzwischen realen Gefahr, bald zur Gattung der Pennystocks zu gehören.

Genau darin liegt auch die einzige Chance, den Wert im Augeblick charttechnisch zu fassen. Nach dem Kursrutsch unter das 2009er-Tief bei 2,22 Euro notiert die Commerzbank-Aktie inzwischen auf dem tiefsten Stand seit rund 20 Jahren. Charttechnische Analysen sind somit kaum noch möglich, da es an relevanten Kursmarken aus der Vergangenheit mangelt. Hilfsweise kann nur eine innere Abwärtstrendlinie eingezeichnet werden, die aktuell bei rund einem Euro verläuft. Die Relevanz dürfte aber eher gering sein. Zumindest ist inzwischen ein leichter Verlust der Abwärtsdynamik auszumachen. Ob es sich bereits um einen Boden handelt, ist vollkommen offen, da keine Umkehrformationen erkennbar sind.

Hoffnung verleiht einzig der DSS Bressert. Während die Aktie in den vergangenen Monaten neue Tiefs ausbildete, wurden diese nicht mehr durch den Indikator bestätigt. Diese positive Divergenz könnte auf steigende Kurse deuten – mehr auch nicht. Das Risiko, in ein fallendes Messer zu greifen, ist mindestens genau so hoch.

Daimler

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Mindestens genau so chancenreich, vor allem aber schonender für die Nerven, ist die Daimler-Aktie. Nachdem der Kursrutsch im vergangenen Jahr recht heftig ausfiel und die Aktie auf dem Weg nach unten einige Unterstützung durchbrach, erwies sich erst die Haltezone um 28 / 30 Euro als ausreichend stabil. Dieses Niveau sollte nun keinesfalls mehr unterschritten werden.

Nach oben stellt das 2011er-Oktober-Hoch bei 39 Euro eine erste Prüfung dar. Als wesentlich herausfordernder dürfte sich das Kursniveau um 45 Euro herausstellen. Der horizontale Widerstand wird verstärkt durch die 61,8 Prozent-Fibonacci-Marke der Abwärtsbewegung von 59 auf 29 Euro. Die Chancen für weiter anziehende Kurse sind aber recht gut. Sowohl DSS Bressert als auch der tendfolgende MACD stehen auf Kaufen.

Deutsche Bank

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Der Kursverlauf des heimischen Branchenprimus sieht zwar noch deutlich besser aus als der Commerzbank-Chart. Dennoch kann die Aktie nach dem Ausbruch unter den Haltebereich bei 36 Euro nach wie vor nicht als attraktiv bezeichnet werden. Während des Abverkaufs bis auf gut 20 Euro wurde kein tragfähiger Boden ausgebildet. Sollte es zu einer erneuten Schwäche kommen, ist der Weg nahezu frei bis an das 2009er-Tief bei 15 Euro.

Richtung Norden setzen zuletzt mehrfach ab 30 Euro Gewinnmitnahmen ein. Dabei lauern die richtigen Herausforderungen erst bei 33,80 Euro, 36 Euro sowie 39 Euro. Fazit: Von einem Kaufsignal ist auch die Deutsche Bank-Aktie derzeit weit entfernt.

Deutsche Börse

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Weder Fisch noch Fleisch – die Aktionäre der Deutschen Börse können mit der Performance des Börsenbetreibers in den vergangenen Jahren kaum zufrieden sein. Nach dem Ausbruch aus der Trading-Range zwischen 46 bis 65 Euro stabilisierte sich der Kurs im Herbst 2011 bei 35 Euro und damit im charttechnischen Niemandsland. Wird das Niveau unterschritten, steht ein Test der als zuverlässig erscheinenden Unterstützung um 30 Euro auf der Agenda.

Ohnehin haben die Käufer einen schweren Stand. Nach oben stellt die Untergrenze der alten Range bei 45,20 / 46,80 Euro nun einen hartnäckigen Widerstand dar. Verstärkt wird die südliche Zone durch die fallende 200-Tage-Linie und einen versuchsweisen Abwärtstrend, der noch nicht ernsthaft geprüft wurde. Das maximale Kurspotenzial erstreckt sich bis 65 Euro – erst darüber wird ein deutliches Kaufsignal aktiv. Bis dahin sollten Anleger den Wert und die endlosen Fusionsbemühungen mit der NYSE von der Außenlinie verfolgen.

Deutsche Post

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Ein erstes Ausrufezeichen setzte die Post-Aktie kürzlich mit dem dynamischen Anstieg über die 200-Tage-Linie. Zwar fällt die Umsatzentwicklung derzeit noch etwas mau aus. Dennoch stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Wert bis an die Widerstandszone bei 13,90 / 14,68 Euro läuft. Auch der MACD sowie der DSS Bressert signalisieren derzeit noch einen anhaltenden Kapitalstrom in den Wert. Zwar lässt sich inzwischen eine leichte Überhitzung nach 40 Prozent Kurszuwachs seit September durchaus erkennen. So lange aber kein Verkaufssignal aktiv wird (DSS Bressert taucht in die neutrale Zone), bleibt die Börsenampel auf grün.

Deutsche Telekom

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Die Volksaktie liefert – mit Ausnahme bei der Dividendenrendite – bereits seit Jahren ein Trauerspiel ab. Weder der seit 2004 bestehende und zuletzt Anfang 2008 getestete Widerstand bei 16 Euro dürfte in diesem Jahr auf dem Prüfstand stehen, noch die Barrieren bei 12 und 12,50 Euro. Vielmehr scheint die inzwischen wieder fallende 200-Tage-Linie den Weg zu weisen – bestenfalls seitwärts, wenn nicht sogar leicht Richtung Süden. Läuft es gut für die Telekom, könnte ein Test des Widerstands bei 9,50 Euro möglich sein. Ansonsten droht erneut das Allzeittief bei 7,82 Euro.

Eon

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Einer der Enttäuschungen des vergangenen Jahres war zweifellos die Eon-Aktie. Neben dem trüben Börsenumfeld sorgten vor allem die überraschenden Atomenergie-Pläne der Bundesregierung für eine miese Jahresperformance. Etwas überraschend endete der Kursrutsch aber nicht auf dem Achtjahrestief bei 11,37 Euro, sondern bereits bei knapp 12,50 Euro.

Wie so häufig war auch bei Eon danach ein typischer Effekt zu beobachten. Nachdem die wichtige Unterstützung um 18 Euro unterbrochen wurde, verwandelte sich diese zuletzt in einen ebenso hartnäckigen Widerstand. Im Winter scheiterten mehrere Versuche, die Aktie über die Barriere und damit die kräftig fallende 200-Tage-Linie zu handeln.
Gefährlich wird es für die Eon-Aktie ab Kursen unterhalb von 16 Euro. Zumindest der bereits seit einigen Wochen deutlich überverkaufte DSS Bressert lässt nichts Gutes erahnen. Erst oberhalb von 19 Euro, besser noch 20 Euro wird es wieder freundlicher.

Fresenius

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Die oft als langweilig titulierten Papiere des Medizintechnik-Spezialisten Fresenius trumpften im vergangenen Jahr groß auf. Der scharfe Markteinbruch im August hinterließ nur einen Spike. Wer die Chance nutzte, konnte noch einmal in der als sehr zuverlässig einzuschätzenden Unterstützungszone zwischen 60 bis 63 Euro einige Papiere einsammeln. In der zweiten Jahreshälfte 2011 pendelte der Wert um die 200-Tage-Linie seitwärts, seit Jahresbeginn geht es wieder gen Norden. Das Rekordhoch bei knapp 77 Euro dürfte bald aus dem Markt genommen werden. Darüber ist mir Konsolidierungen an runden Kursmarken wie 80 und 90 Euro zu rechnen. Der defensive Wert bleibt auch im sicher wieder turbulenten Börsenjahr 2012 ein Basis-Investment.

Fresenius Medical Care

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Einen überzeugenden Kursverlauf liefert auch der Fresenius Medical Care (FMC) ab. Auf Sicht von einem Jahr lief es für den Dialyse-Spezialisten sogar noch etwas besser als für den Mutterkonzern – zumindest was die Aktien-Performance angeht. Die Finanzkrise hat im Chart des defensiv aufgestellten Wertes nahezu keine Spuren hinterlassen. Als einer der wenigen DAX-Werte weist zudem die bei langfristigen Investoren viel beachtete 200-Tage-Linie noch klar aufwärts.

Aktuell steht die Aktie mit knapp 55 Euro in Reichweite des Rekordhochs bei 55,80 Euro. Sollte der Kurs darüber steigen, wird ein neues Kaufsignal aktiv. Das Potenzial reicht dann bis an eine Aufwärtstrendlinie, die aktuell bei 61,9 Euro verläuft. Sollte es unerwartet zu einer Schwäche kommen, findet sich bei 45 und vor allem 40 Euro eine gute Unterstützung. Bis dahin gilt: The trend is your friend.

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