Finanzen + Vorsorge Die neuen Fallen

Diskretion gehört zum Geschäft. Darauf können sich die Kunden von Karl-Eugen Friedrich verlassen, wenn sie bei dem Juwelier in der Kölner Schildergasse teure Uhren und Schmuck kaufen.

Doch der in der Branche beliebte Barkauf wird bald nicht mehr ohne unangenehme Fragen möglich sein. Spätestens ab Ende des Jahres müssen Einzelhändler prüfen, ob die Scheine dem Kunden auch gehören, und die Geschäftsbeziehung „kontinuierlich überwachen“. So will es die Dritte Geldwäsche-Richtlinie der EU.

Wer die neuen Vorschriften nicht einhält, dem drohen bis zu fünf Jahre Haft. „Vor allem kleinere Unternehmen werden Zielobjekt krimineller Aktivitäten“, sagt Jochen Grund. Damit das nicht passiert, hat impulse zusammen mit dem Freiburger Rechtsanwalt und dem Referat für Geldwäsche-Verdachtsanzeigen vom BKA eine Liste mit Verdachtsmomenten und Schutzmaßnahmen erstellt.

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Denn die Behörden machen Druck. Sie wollen Geld aufspüren, das aus Straftaten stammt. Nach offiziellen Schätzungen werden pro Jahr in Deutschland rund 100 Milliarden Euro „gewaschen“ – vermehrt mit Hilfe perfekt organisierter Wirtschaftskriminalität. Die Täter verwandeln das schmutzige Geld durch legale Geschäfte in sauberes.

Barzahlungen sind in diesem Zusammenhang besonders häufig, denn Geldscheinen sieht man ihre Herkunft nicht an. Gefährdet sind laut EU neben dem Edelstein- und Schmuck- auch der Kunsthandel sowie Auk­tionshäuser. „Im Visier der Fahnder stehen außerdem das Bauhandwerk und der Kfz-Handel – Branchen, in denen Barzahlung Tradition hat“, so Grund.

Bereits heute besteht eine Registrierungspflicht für Bar­geschäfte über 15 000 Euro. Künftig muss der Unternehmer aber alle Personalien erfassen – nicht nur von neuen, sondern auch von bestehenden Kunden. „Aus Selbstschutz und damit kein Zweifel an der Seriosität unserer Branche aufkommt, setzen wir die neuen Regeln schnellstens um“, so Friedrich, der auch Vorsitzender des Bundesverbands der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte ist.

Aufpassen müssen die Firmen selbst bei Banktransaktionen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hält die Institute an, täglich Millionen an Überweisungen zu scannen. Und die Banken melden Verdachtsfälle eifrig.

Wie den des Görlitzer Unternehmers, der zwei „unsaubere“ Schecks einlöste. Der Staatsanwalt hielt sich an den Firmenchef, dem das dubiose Geschäft nicht aufgefallen war. Folge: ein Jahr und sieben Monate Haft.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 04/2006, Seite 140, nachlesen.

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