Finanzen + Vorsorge Drohender Rückschlag

Der deutsche Mittelstand hat sich in den vergangenen Jahren ein solides Finanzpolster geschaffen. Das Krisenjahr 2009 dürfte den Firmen aber an die Substanz gegangen sein, zeigt eine Analyse der WGZ Bank.

„Es
ist davon auszugehen, dass
sich die Rentabilität verschlechtern
wird und die
Unternehmen über weniger
Liquidität verfügen werden“,
sagt Uwe Berghaus, der das
Firmenkundengeschäft der
WGZ Bank leitet.

Die gute Nachricht jedoch ist,
dass die Unternehmen für
den Rückschlag gerüstet sind.
Zu diesem Ergebnis kommt
das Zentralinstitut der Volks- und
Raiffeisenbanken in seiner
jüngsten Analyse der
Bilanzqualität
im deutschen
Mittelstand. Die Universität
Münster hat im Auftrag des
Geldhauses mehr als 50 000
Jahresabschlüsse
untersucht
und daraus den Bilanzqualitätsindex
ermittelt. In den
fließen neben der Eigenkapitalquote
weitere Kennzahlen
ein wie etwa die Gesamtkapitalrentabilität.

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Ergebnis der Untersuchung:
Die Mittelständler konnten
ihre Eigenkapitalquote seit
2002 kontinuierlich von mageren
17,4 auf 29,8 Prozent
im Jahr 2008 steigern. Dies
bewirkte, dass der Bilanzqualitätsindex
der WGZ Bank für
das Jahr 2008 nur ein kleines
Minus aufweist. Aufgrund der
Rezession im Jahr 2009 aber
erwarten die Banker, trotz
anhaltend
solider Kapitalausstattung,
einen weitaus
stärkeren Einbruch.

„Besonders hart dürfte es die
Firmen im Bereich der Metallerzeugung
und -bearbeitung
treffen“, befürchtet Banker
Berghaus. Für das Jahr 2008
weist der Sektor noch die solidesten
Abschlüsse aus. Die
geringste Bilanzqualität hatten
im vergangenen Jahr die
Kfz-Zulieferer. Der Grund:
der ohnehin starke Wettbewerb
in der Autoindustrie
und die dramatischen Umsatzeinbrüche
Ende 2008.
Besserung ist hier nicht in
Sicht.

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