Finanzen + Vorsorge Erfolgreich ohne Börse

Finanzierung über Aktien gilt als Königsweg. Doch viele traditionsreiche Familienfirmen lassen das Parkett links liegen. Sie bleiben lieber unabhängig und fördern ihr Wachstum äußerst flexibel.

Börse? Darauf kann Dirk Rossmann gut verzichten. Statt mit Erwartungen von Investoren und Analysten, mit Kurspflege und Übernahmesorgen beschäftigt er sich lieber mit der Entwicklung seines Unternehmens. Mit beachtlichem Erfolg: Seit 1972 hat der Erfinder des Drogeriediscounts es vom ersten Drogeriemarkt in Hannover bis heute auf rund 1600 Läden in Deutschland und Osteuropa gebracht. Umsatz: 2,4 Milliarden Euro. Ganz ohne Kapitalzufuhr ging das allerdings nicht ab.

Als er in den 80er Jahren dringend Eigenkapital brauchte, spielte er kurzzeitig mit dem Gedanken eines Börsengangs. Doch er nahm lieber die Hannover Finanzgruppe als Kom­man­ditistin ins Boot. „Ein strategischer Partner sieht die langfristige Perspektive, nicht die Quartalszahlen. Wenn er Einfluss nimmt, dann mit Know-how auf der Sachebene, und nicht anonym, sondern Auge in Auge“, erklärt Rossmanns Finanzchef Roland Frobel.

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Gegen den Trend

Rossmann ist nicht der einzige Unternehmer, der ohne Börsennotierung glücklich ist und trotzdem komfortabel finanzieren kann. „Mehrere tausend Familienunternehmen könnten derzeit an die Börse gehen“, schätzt etwa Professor Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen in Stuttgart, „doch viele von ihnen wollen gar nicht.“ Damit stehen sie gegen den Trend. Denn nach wie vor gilt der Börsengang als Adelung einer Unternehmensentwicklung, gilt als Krone der Finan­zierung. Börsenverweigerer wie die Bertelsmann-Eignerfamilie Mohn wirken da bisweilen antiquiert. Doch Norbert Winkeljohann, Wirtschaftsprüfer bei der Pricewaterhouse Coopers AG, widerspricht: „Gute Familienunternehmen können dauerhaft ohne Börse sehr gut leben.“ Was Transparenz, Unabhängigkeit oder Finanzierung angeht, fällt es ihnen sogar deutlich leichter, eigene Wege zu gehen.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 11/2006, Seite 130, nachlesen.

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