Finanzen + Vorsorge Erste Hilfe

Der Verkauf von Forderungen verschafft Unternehmen ein zusätzliches Geldpolster. Wie sich Factoring in unruhigen Zeiten auszahlt.

Unternehmenskrisen haben unterschiedliche Ursachen – doch eine Folge haben sie immer: Irgendwann geht das Geld aus. Wenn sich Rechnungen türmen, Mitarbeiter auf Gehalt warten, Lieferanten die Ware zurückhalten, ist frische Liquidität nötig. Keiner weiß das so gut
wie Werner Weiß von der Münchner Finanzierungsberatung Tec7: „Wenn man die Bilanzen kriselnder Unternehmen prüft, zeigt sich, dass häufig der Verkauf von Forderungen die drängendsten Probleme lösen kann“, erklärt der Experte. „Per Factoring kommt man in kritischen Phasen leichter an Geld als per Kredit.“

Zwar finanzieren auch Factoring-Gesellschaften keine harten Sanierungsfälle. Aber weil für sie nicht nur die Bonität eines Unternehmens zählt, sondern ebenso die Güte seiner Kunden, können sie auch dann noch Geschäfte riskieren, wenn Banken den Hahn schon zudrehen. „70 Prozent unserer Kunden sind nicht in einer Wachstumsphase, sondern haben Probleme mit ihrer Firmenstruktur“, berichtet Gerd Georg vom Factoring-Anbieter Close Finance. „Mit unseren Produkten können wir den finanziellen Turnaround häufig befördern.“

Anzeige

Für die Loewe AG aus dem fränkischen Kronach kam das Factoring-Finanzpolster im richtigen Moment. Der Hersteller von Luxus-Fernsehern war 2003 in eine tiefe Absatzkrise gestürzt und hatte fast 30 Millionen Eu­ro Schulden aufgehäuft. Konsequenz: Die Eigenkapitalquote stürzte von fast 45 auf unter 20 Prozent, der Börsenkurs sank, die Bonität brach ein, nervöse Banken bildeten einen Schuldenpool und stoppten neue Kredite. „Je deutlicher die Risiken erkennbar wurden, desto mehr setzte sich die Erkenntnis durch, dass wir ganz neue Finanzierungsquellen brauchen würden“, erinnert sich Finanzvorstand Burkhard Bamberger: „Zum Glück dienten unsere Forderungen den Banken damals nicht als Sicherheit. So konnten wir sie verkaufen.“ Den Erlös von fast 30 Millionen Euro, den Factor Fortis Commercial Finance dafür ausreichte, nutzte Loewe fürs laufende Geschäft: „In der Spitze haben wir bis zu 40 Prozent unseres Finanzierungsbedarfs daraus gedeckt.“

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2006, Seite 110, nachlesen.

Neugierig geworden, aber noch kein Heft-Abonnent? Dann Geschenk auswählen und online abonnieren

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...