Finanzen + Vorsorge EU droht mit Schritten bei möglicher Währungsmanipulation

Eine Europa-Flagge vor dem Sitz der EU-Kommission in Brüssel.

Eine Europa-Flagge vor dem Sitz der EU-Kommission in Brüssel. © EU-Kommission

Es geht um den mit Abstand größten Finanzmarkt überhaupt: den Billionen-Handel mit Devisen. Seit geraumer Zeit steht der Verdacht im Raum, dass Händler Währungskurse manipuliert haben sollen. Die EU-Kommission kündigte nun Maßnahmen gegen Banken wegen möglicher derartiger Mauscheleien an.

Neben dem Zinsskandal gehen internationale Aufsichtsbehörden auch dem Verdacht der Währungsmanipulation durch Großbanken nach. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia kündigte am Mittwoch in Brüssel zusätzlich zu den Rekordstrafen für manipulierte Zinssätze auch Schritte gegen Banken wegen Mauscheleien bei Wechselkursen an: „Dies ist noch nicht das Ende der Geschichte.“

Am Devisenmarkt wird Geld einer Währung in das einer anderen getauscht. Es ist nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) der mit Abstand größte Finanzmarkt überhaupt – der tägliche Umsatz lag beispielsweise im April 2013 bei 5,3 Billionen US-Dollar (3,9 Billionen Euro). Der größte Teil des Handels findet allerdings nicht an öffentlichen Börsen statt, sondern zwischen Finanzunternehmen über ihre Händler, die dann einen Preis nach Angebot und Nachfrage festlegen. Zu den größten Akteuren auf den weltweiten Devisenmärkten gehören die Deutsche Bank und die Citigroup aus den USA.

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Im Oktober wurde bekannt, dass der Manipulationsverdacht am Devisenmarkt weitere Kreise zieht. Nach der britischen und der Schweizer Finanzmarktaufsicht geht auch die EU einem solchen Verdacht nach. Finanzbehörden in Europa, den USA und Asien untersuchten die Vorgänge, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwoch). Die Banken hätten möglicherweise Geschäfte mit fremden Währungen in der Absicht getätigt, den Kurs zu einer bestimmten Uhrzeit zu beeinflussen und so mittels Kurswetten Gewinne einzunehmen. Erhärte sich der Verdacht, könne der Skandal demnach größere Ausmaße annehmen als der Libor-Skandal, bei dem Banken die Referenzzinsen manipuliert haben.

Bafin sieht bisher keinen Anlass für eine Sonderprüfung

Der Exekutivdirektor der deutschen Bankenaufsicht Bafin, Raimund Röseler, sagte der „SZ“: „Wir haben bislang keine Anhaltspunkte dafür, dass Händler einer deutschen Bank in Manipulationen involviert waren.“ Die Untersuchungen seien aber noch nicht beendet. Die Bafin sieht bisher keinen Anlass für eine Sonderprüfung, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte dem Blatt: „Sollten sich die ersten Vermutungen bestätigen“, könne es nötig werden, die Regeln für den Devisenmarkt zu ändern.

Die Aufsichtsbehörden rund um den Globus drehen seit geraumer Zeit jeden Stein in der Finanzwelt um. Dazu gehören beispielsweise auch die Preisbildung bei Gold und Siber, anderen Rohstoffen sowie Derivaten.

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