Finanzen + Vorsorge EZB lässt Leitzins trotz Mini-Inflation bei 0,25 Prozent

EZB-Präsident Mario Draghi, hier bei seiner ersten Pressekonferenz Ende 2011.

EZB-Präsident Mario Draghi, hier bei seiner ersten Pressekonferenz Ende 2011.© EZB

Vor der Ratssitzung der EZB an diesem Donnerstag waren sich Experten ungewohnt uneinig, einige hatten wegen der niedrigen Inflationsrate sogar mit einer weiteren Zinssenkung gerechnet. Doch die bleibt aus.

Trotz der anhaltend niedrigen Inflation hält die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Euroraum bei 0,25 Prozent. Das beschloss der EZB-Rat am Donnerstag in Frankfurt, wie die Notenbank mitteilte. Im Februar verharrte die Jahresteuerung im Euroraum wie in den beiden Vormonaten bei 0,8 Prozent. Der Wert liegt deutlich unterhalb der  Zielmarke der EZB von knapp unter zwei Prozent. Das hatte die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinssenkung steigen lassen.

Insgesamt waren Experten vor der Ratssitzung aber ungewohnt uneinig. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer hatte betont: „Die Zinsentscheidung […] ist völlig offen.“ Zuletzt hatte die Notenbank die Zinsschraube im November 2013 gelockert, nachdem die Teuerungsrate auf 0,7 Prozent gefallen war.

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Bisher erwartet die Notenbank im laufenden Jahr eine Teuerung von 1,1 Prozent. Am Nachmittag dürfte die EZB diese Prognose nach Ansicht vieler Ökonomen aber nochmals nach unten korrigieren. Das dürfte die Sorgen vor einer Deflation weiter anheizen – also einem anhaltenden Preisverfall auf breiter Front, der die Konjunktur abwürgen könnte. Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und Investitionen und kurbeln so die Wirtschaft an. Das stärkt den Preisauftrieb.

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