Finanzen + Vorsorge Factoring sichert die Liquidität

Fallschirm für die Firmenfinanzen

Fallschirm für die Firmenfinanzen

Werden Bankkredite knapper, müssen sich Unternehmer nach neuen Geldquellen umsehen. Liquiditätsmanagement wird immer wichtiger. Für Unternehmer interessant: Factoring.

Denn vielen Firmen haben bis zu 20 Prozent ihres Umsatzes als Forderungen in der Bilanz stehen. Das bindet Liquidität und bedeutet ein hohes Ausfallrisiko. Beides hat ein schlechtes Rating zur Folge.

Mit Factoring, dem Verkauf von Forderungen, lassen sich Liquidität und Bilanz verbessern. Dennoch nutzen erst zwei Prozent der deutschen Unternehmen diese Art des Forderungsmanagements, so eine EU-Studie. In Frankreich tritt dagegen fast jede dritte Firma ihre Forderungen an ein externes Unternehmen ab.

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Beim Factoring kauft ein Dienstleister, das sogenannte Factoringinstitut, die Geldforderungen aus Warenlieferungen oder geleisteten Dienstleistungen auf. Das heißt: Firmen treten – gegen den Rechnungswert, abzüglich Gebühren – ihre Forderungen ab. Vorteil für Unternehmen: Außenstände werden sofort in Liquidität umgewandelt.

Diese Zusammenarbeit ist auf Dauer angelegt. Das Unternehmen schließt mit einem Factoringinstitut, dem sogenannte Factor, einen Vertrag, dass dieser alle künftigen Forderungen kauft.

Der Factor prüft daraufhin die Bonität der einzelnen Abnehmer seines Kunden. Aufgrund dieser Bonität vereinbart er mit dem Unternehmen entsprechende Finanzierungslimits. Innerhalb dieser Grenzen übernimmt er die Finanzierung der Forderungen und das volle Ausfallrisiko.

Im Regelfall informiert das Unternehmen seine Kunden über die künftige Zusammenarbeit mit dem Factor. Innerhalb der vereinbarten Finanzierungsgrenzen zahlt der Factor bis zu 90 Prozent der jeweiligen Forderungssumme sofort aus, wenn die Rechnung vorliegt. Der Rest dient als Sicherheit für mögliche Skontoabzüge oder zur Regulierung von Reklamationen.

Sobald der Abnehmer an den Factor gezahlt hat, wird die restliche Summe an den Factorkunden überwiesen – abzüglich der Zinsen und des fälligen Factoringentgeltes.

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