Finanzen + Vorsorge Fallstricke

Beim Factoring lohnt der genaue Blick in den Vertrag. Worauf Unternehmer bei Preisen und Leistungen achten müssen. Und welche Hürden es gibt.

Offene Posten sind für Georg Blessing (Foto) Vergangenheit. Der Münchner Modehändler, der eine eigene Kaschmir-Kollektion vertreibt, braucht auf das Geld seiner Kunden nicht einmal einen Tag lang zu warten: Kaum ist die Ware ausgeliefert, begleicht sein Factoring-Geber schon die Rechnung. Und zwar vollständig. „Seit ich den Factor gewechselt habe, kann ich meine Forderungen direkt ausbuchen“, freut sich der Chef der Georg Blessing Vertriebs-GmbH.

Wie Firmenchef Blessing entscheiden sich in Zeiten knapper Kassen immer mehr Unternehmer fürs Factoring. Rund 100 Anbieter tummeln sich inzwischen im deutschen Markt. Aber kein Angebot ist wie das andere. Denn der Forderungsverkauf ist gesetzlich kaum geregelt. „Deshalb sind intensive Vertragsverhandlungen ein Muss“, sagt Ralf-Patric Paps. Der Geschäftsführer des Hamburger Fachmaklers Hansekontor ist überzeugt, dass Firmenchefs, die sich Gebühren, Zinsen und rechtliche Details genau ansehen, mächtig Geld sparen können.

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Die entscheidende Stellschraube im Factoring-Geschäft ist die Gebühr. Sie liegt je nach Branche, Factoring-Umsatz und Kundenbonität zwischen einem und drei Prozent der verkauften Forderungssumme. Und setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. „Unternehmer sind gut beraten, die einzelnen Leistungen im Factoring-Vertrag genau mit dem abzugleichen, was sie brauchen“, rät Makler Paps. Wer etwa keine aufwendigen Software-Schnittstellen benötigt, sollte dafür auch nicht bezahlen. Angebote ohne diesen EDV-Service sind daher meist deutlich preiswerter. Gleiches gilt für das Thema Rechtsverfolgung. Wer hier vereinbart, Forderungen vor dem Gang zum Mahngericht zurückzukaufen, spart Gebühren.

Normalerweise reichen Anbieter bei ihrer Kalkulation immer auch die Kosten für eine Kreditausfallversicherung weiter. Diese garantiert, dass der Unternehmer von der Factoring-Gesellschaft sein Geld bekommt. Allerdings nicht in unbegrenzter Höhe: In der Praxis übernehmen die Factoring-Gesellschaften das „Delkredere“, also die Haftung für Forderungsverluste, nur bis zu einem festen Grenzwert. Übersteigt die Summe der offenen Rechnungen die Schwelle, bleibt das zusätzliche Ausfallrisiko beim Unternehmer.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 06/2005, Seite 122, nachlesen.

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