Finanzen + Vorsorge Finanzkraft stärken

Finanzkraft stärken

Finanzkraft stärken

Die Zeiten, in denen Chefs nur auf Kredite setzten, sind vorbei. Der neue Finanzierungsmix besteht auch aus anderen Mitteln.

Fast die Hälfte der deutschen
Unternehmer klagt, sie komme
nicht an frisches Geld. Dies ist das
ernüchternde Ergebnis einer Umfrage
der KfW-Bankengruppe unter 4600
Firmenchefs.

Die Finanzierung der deutschen
Unternehmen steht vor dem größten
Umbruch in der Geschichte des Landes.
Zwar bleiben Kredite weiterhin die
wichtigsten Geldquellen. Doch allein
mit Fremdmitteln kommt künftig
kaum noch eine Firma über die Runden.
»Ein Umdenken ist dringend
nötig, sonst versinken die Firmen endgültig in der Finanzierungsklemme«,
warnt Hans-Werner Scherer, Geschäftsführer
des Finanzdienstleisters
EOS-Holding. Was jetzt notwendig ist:
»Der Mittelstand braucht einen neuen
Finanzierungsmix mit modernen Instrumenten
wie Leasing, Beteiligungskapital,
Mezzanine und Factoring«,
fordert Experte Scherer.

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Der Umstieg fällt nicht leicht. Seit
über 50 Jahren sind es die Unternehmer
gewohnt, ihre Investitionen ausschließlich
über Kredite zu finanzieren.
Privatentnahmen sind die Regel.
Mit bösen Folgen: Die Eigenkapital-
quote der Firmen hier zu Lande liegt
bei mickrigen acht Prozent. Zum Vergleich:
In den USA beträgt sie im
Schnitt 40 Prozent.

Die dünne Eigenkapitaldecke der
deutschen Wirtschaft störte niemanden,
so lange die Konjunktur brummte.
In Rezessionsphasen aber fehlt den
unterkapitalisierten Firmen der finanzielle
Puffer. Und genau dies bekommen
die Unternehmer jetzt zu spüren.
Hinzu kommt, dass auch die Banken
wegen eigener Bilanzschwierigkeiten
und den neuen Basel II genannten
Eigenkapitalanforderungen nicht in der Lage sind, den Firmen weiterhin
den schnellen billigen Kredit zu geben.

Diese Botschaft ist bei den meisten
Unternehmern angekommen. Da sie
trotzdem Fremdmittel brauchen,
müssen sie sich auf die höheren Hürden
einstellen. Über 60 Prozent der
Firmenchefs wollen daher ihre Rating-
Note verbessern, so die KfW-Studie.

Und dies mit wachsendem Erfolg: Jeder
Fünfte hat bereits sein Rating verbessert.
Größere Unternehmen arbeiten
vor allem an mehr Transparenz,
weil die Banken bemängeln, dass die
Firmen nicht alle Unterlagen öffnen.

Gleiches gilt für die Darstellung von
Unternehmensrisiken. Für kleinere
Firmen lohnt eine aufwendige Risikoanalyse
meist nicht. Von ihnen verlangen
die Banken oft Sicherheiten, bevor
sie ihnen Kredit geben. Doch fast 60
Prozent der Kreditanträge scheitern
laut KfW-Studie an diesem Punkt.

Wer nicht sein Eigenheim verpfänden
will, sollte Sicherheiten im Betrieb
aufbauen. »Firmen müssen ihre Eigenkapitalausstattung
nachhaltig verbessern«, rät Michael Rogowski, Präsident
des Bundesverbands der deutschen
Industrie. Jeder zweite Firmenchef
will daran arbeiten, so die KfWStudie.

Beliebtestes Mittel: mehr Gewinne
einbehalten. Dies wollen drei
Viertel aller Unternehmer. Angesichts
der flauen Konjunktur ist das aber
nicht leicht. Daher müssen viele Gesellschafter
ihr Portemonnaie zücken
und die Firmeneinlagen erhöhen.

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