Finanzen + Vorsorge Firma verkaufen – mit Gewinn

Das eigene Unternehmen abzugeben ist oft schmerzlich. Viele zögern deshalb – meist zu lange. Denn nur Firmenchefs, die sich rechtzeitig und perfekt vorbereiten, finden den richtigen Käufer. Und erzielen einen angemessenen Preis. Warum der Firmenverkauf gerade jetzt lohnt.

Das Geschäft mit Ökostrom boomt. Jedes Mal, wenn wieder eine der großen Windkraft anlagen im Harz oder an der Nordsee ans Netz
geht, verdienen Ludger Sunderdieck
und Dieter Rupprich mit. Denn die
beiden sind geschäftsführende Gesellschafter der SSB Antriebstechnik. Und damit Weltmarktführer bei den Elektromotoren, die die Rotorblätter der Riesenturbinen stets optimal zum Wind stellen. Jährliches Wachstum: 20 Prozent. Trotzdem haben die beiden soeben die Mehrheit an der Firma
verkauft . „Wir müssen unser
Wachstum finanzieren. Dafür brauchen
wir einen starken Investor“, erklärt
Sunderdieck.

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    Unternehmen: Die SSB Antriebstechnik ist Weltmarktführer für Elektromotoren bei der Rotorblattverstellung in Windkraftanlagen. Das Unternehmen erzielt mit 330 Mitarbeitern einen Umsatz von 65 Millionen Euro und wächst mit 20 Prozent jährlich.

Problem: Von acht Gesellschaftern waren sechs über 60 Jahre alt und wollten ausscheiden.

  
Lösung: Ludger Sunderdieck (r.) und Dieter Rupprich (l.) kauften die Altgesellschafter mit Hilfe von Volker Hichert und Jan Hähnel von der Beteiligungsgesellschaft Granville Baird aus – ein so genanntes Management-Buy-out.

Fotos: Gerrit Meier

Wachstumsfinanzierung ist nur ein Grund, weshalb Unternehmer einen Teil ihres Unternehmens an Investoren
verkaufen. Nachfolgeprobleme
oder der Wunsch auszusteigen
sind andere Motive, den eigenen Betrieb
komplett zu veräußern.

In der Vergangenheit war es für Mittelständler
schwierig, Interessenten für ihre
Firmen zu finden. Der Wind hat sich
aber gedreht. Insbesondere ausländische
Käufer stehen Schlange. „Wer
jetzt nicht handelt, verpasst eine große
Chance“, schwärmt Michael Drill,
Leiter Mergers & Acquisitions beim
Privatbankhaus Sal. Oppenheim.
„Der Zeitpunkt, einen Käufer für sein
Unternehmen zu finden, ist günstig.
Denn die Preise für mittelständische
Firmen ziehen wieder an.“ Davon
profitiert, wer seine Hausaufgaben
macht. Und zwar rechtzeitig.

Wer sich mit dem Gedanken trägt zu verkaufen, sollte – erstens – frühzeitig
damit beginnen, sein Unternehmen
hübsch zu machen. Egal ob Wettbewerber
oder Beteiligungsgesellschaften
einsteigen sollen. Zweitens muss
er passende Käufer finden und inspizieren.
Dazu brauchen Mittelständler
meist Hilfe von professionellen
M & A-Beratern.

Und schließlich muss der Verkauf optimal abgewickelt werden. Nur so erzielt man als Gesellschafter einen hohen Preis. „Wer diese
Regeln beherzigt, wird sein Unternehmen
erfolgreich veräußern“, resümiert Michael Keller, Teilhaber bei der M & A-Boutique Klein & Coll.

Mittelständler sind gesucht

Der Markt für Firmenverkäufe, englisch
„mergers & acquisition“ (Fusionen
und Käufe), gewinnt kräftig an
Schwung. Der Tiefpunkt des Jahres
2003 ist längst vergessen. Bereits im
letzten Jahr zählten die Experten von
M & A International wieder 1300
Transaktionen – elf Prozent mehr als
im Jahr zuvor. Dabei investierten die
Käufer rund 87 Milliarden Euro. Und
nach oben ist noch viel Luft. Denn das
Niveau liegt immer noch gut 40 Prozent
unter dem Höchststand von
2001.

„Nachfrage und Preise steigen
weiter. Vor allem mittelständische
Firmen mit Umsätzen von fünf Millionen
bis 250 Millionen Euro sind sehr
begehrt“, so Drill. Der Investmentbanker
rechnet mit einem Anstieg der
Deals um gut 20 Prozent in den nächsten
beiden Jahren.

Selbstläufer sind die Geschäfte deshalb noch lange nicht. „Die Investoren sind sehr wählerisch“, sagt Keller. Weil mehr Firmen zum Verkauf stehen, als es Investoren gibt, können sie sich zurzeit die besten Firmenaussuchen. „Unternehmen müssen
sich gut und rechtzeitig vorbereiten,
sonst sind sie gar nicht oder nur mit
großen Nachlässen zu verkaufen“,
schildert Loretta Würtenberger (Foto), Partnerin von Blue Corporate Finance, ihre Erfahrungen.

Tabelle der Firmenkäufer

Den vollständigen Artikel und das Interview mit Webmiles-Gründerin Loretta Würtenberger können Sie in der impulse-Ausgabe 03/2005, Seite 12, nachlesen.

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