Finanzen + Vorsorge Firmenchefs denken um

Wie erfolgreich heutige Unternehmer Lösungen für ihre Finanzprobleme finden, belegen die Ergebnisse des ersten Teils der neuen Studie "Excellence Barometer" (ExBa 2004) zu den Themen Finanzierung und Controlling. Kernergebnis: Unternehmer sind erfolgreich, wenn sie neue Geldquellen anzapfen. Weg vom Kredit als Hauptfinanzierungsweg, hin zu mehr Eigenkapital und alternativen Finanzierungen wie Mezzanine- oder Beteiligungskapital. Controlling ist aktives Steuerungs- statt Kontrollinstrument: Strategische Planung und Investitionsvorausschau sind Pflicht.

Unternehmer wissen selbst am besten, was sie erfolgreich macht. Sie kennen die Instrumente, die in der Praxis taugen. Wissen, ob der Vorschlag eines Bankbetreuers blanke Hochschultheorie ist oder ob ein Unternehmensberater nur die neueste Managementmode verkaufen will.

Daher wurden in der ExBa-Studie die Firmenlenker direkt befragt, was den Erfolg ihrer Firma ausmacht. Sie sollten sich anhand von acht Faktoren wie Eigenkapitalquote, Marktanteil, Produktivität oder Umsatzwachstum selbst einschätzen: Bin ich erfolgreicher, gleich gut oder schlechter als der Branchendurchschnitt? „Aus den Daten lässt sich empirisch fundiert ablesen, was hier zu Lande erfolgreiche von weniger erfolgreichen Firmen unterscheidet“, sagt Forum-Chef Roman Becker.

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Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie als Ergänzung zum Artikel in der impulse-Ausgabe 09/2004 weitere detailscharfe Ergebnisse der Studie zusammen gestellt.

Finanzierungsinstrumente:

Kontokorrentkredite sind das wichtigste Finanzierungsinstrument. Aber: Je größer die Unternehmen, umso weniger finanzieren sie mit den kurzfristigen Ausleihungen. Umgekehrt verhält es sich bei Fördermitteln und Leasing: Sie sind ebenso ein unverzichtbarer Finanzierungsbestandteil für große und kleine Firmen. Ihr Einsatz steigt aber mit zunehmender Firmengröße.

Nutzung aktuell
Kleine Unter-
nehmen
Mittel-
stand
Große Unter-
nehmen

„Eigenkapital von Inhabern/
Gesellschaftern erhöhen“ 39,4% 49,1% 32,1%

„Venture Capital“ 3,2% 3,7% 6,5%

„Kontokorrent-Kredite“ 64,5% 68,1% 51,3%

„Investitions-Darlehen“ 42,9% 49,7% 33,3%

„Fördermittel“ 41,3% 41,5% 50,0%

„Verkauf von Forderungen
(Factoring/ Forfaitierung)“ 5,8% 10,4% 14,3%

„Mobilien-Leasing“ 31,8% 32,7% 47,4%

„Immobilien-Leasing“ 4,5% 7,4% 20,5%

„Mezzanines Kapital“ 7,2% 6,7% 7,8%

Nutzung geplant

Kleine Unter-
nehmen Mittel-
stand Große Unter-
nehmen

„Eigenkapital von Inhabern/
Gesellschaftern erhöhen“ 12,9% 11,2% 10,3%

„Venture Capital“ 5,8% 6,2% 7,8%

„Kontokorrent-Kredite“ 3,9% 3,7% 3,8%

„Investitions-Darlehen“ 10,9% 9,8% 9,0%

„Fördermittel“ 9,7% 12,8% 6,4%

„Verkauf von Forderungen
(Factoring/ Forfaitierung)“ 7,7% 4,9% 5,2%

„Mobilien-Leasing“ 1,3% 7,3% 3,8%

„Immobilien-Leasing“ 2,6% 4,9% 3,8%

„Mezzanines Kapital“ 7,9% 7,4% 2,6%

Weder geplant noch genutzt

Kleine Unter-
nehmen Mittel-
stand Große Unter-
nehmen

„Eigenkapital von Inhabern/
Gesellschaftern erhöhen“ 47,7% 39,8% 57,7%

„Venture Capital“ 91,0% 90,1% 85,7%

„Kontokorrent-Kredite“ 31,6% 28,2% 44,9%

„Investitions-Darlehen“ 46,2% 40,5% 57,7%

„Fördermittel“ 49,0% 45,7% 43,6%

„Verkauf von Forderungen
(Factoring/ Forfaitierung)“ 86,5% 84,7% 80,5%

„Mobilien-Leasing“ 66,9% 60,0% 48,7%

„Immobilien-Leasing“ 92,9% 87,7% 75,6%

„Mezzanines Kapital“ 84,9% 85,9% 89,6%

Controllinginstrumente

Ohne mehrjährige Liquiditäts- und Investitionsplanung sowie einer umfangreichen Soll-/ Ist-Analyse geht es für Firmen nicht. Fast alle großen Unternehmen setzen diese Instrumente ein. Kleinere Firmen haben vor, in Zukunft vor allem ihre investiven Ausgaben besser zu planen.

Nutzung aktuell
Kleine Unter-
nehmen
Mittel-
stand
Große Unter-
nehmen

„Absicherung von Fremdwährungsrisiken“ 18,6% 44,8% 39,5%

„Fortlaufende strategische Planung“ 81,4% 87,9% 95,1%

„Fortlaufende Liquiditätsplanung“ 89,1% 94,5% 96,3%

„Mehrjährige Ertragsplanung“ 67,5% 81,7% 83,8%

„Mehrjährige Finanzierungsplanung“ 58,1% 77,2% 77,5%

„Mehrjährige Investitionsplanung“ 59,0% 78,7% 87,7%

„Soll-/ Ist-Vergleiche inkl. Abweichungs- und Ursachenanalyse“ 88,4% 95,2% 96,3%

Risikomanagement nach KonTraG 28,0% 48,7% 44,1%

Nutzung geplant

Kleine Unter-
nehmen Mittel-
stand Große Unter-
nehmen

„Absicherung von Fremdwährungsrisiken“ 4,5% 1,2% 4,9%

„Fortlaufende strategische Planung“ 3,2% 6,1% 3,7%

„Fortlaufende Liquiditätsplanung“ 4,5% 2,4% 2,5%

„Mehrjährige Ertragsplanung“ 4,5% 3,0% 6,3%

„Mehrjährige Finanzierungsplanung“ 3,9% 4,3% 5,0%

„Mehrjährige Investitionsplanung“ 7,1% 5,5% 6,2%

„Soll-/ Ist-Vergleiche inkl. Abweichungs- und Ursachenanalyse“ 3,2% 1,8% 2,5%

Risikomanagement nach KonTraG 4,7% 7,6% 7,5%

Weder geplant noch genutzt

Kleine Unter-
nehmen Mittel-
stand Große Unter-
nehmen

„Absicherung von Fremdwährungsrisiken“ 76,9% 54,0% 55,6%

„Fortlaufende strategische Planung“ 15,4% 6,1% 1,2%

„Fortlaufende Liquiditätsplanung“ 6,4% 3,0% 1,2%

„Mehrjährige Ertragsplanung“ 27,9% 15,2% 10,0%

„Mehrjährige Finanzierungsplanung“ 38,1% 18,5% 17,5%

„Mehrjährige Investitionsplanung“ 34,0% 15,9% 6,2%

„Soll-/ Ist-Vergleiche inkl. Abweichungs- und Ursachenanalyse“ 8,4% 3,0% 1,2%

Risikomanagement nach KonTraG 67,3% 43,7% 27,5%

Bankkreditvolumen

Erfolgreiche Firmen brauchen wenig Kredit. Bei ihnen ist der Anteil der Bankkredite am Gesamtaufwand des Unternehmens bei Null. Bei weiteren 21 Prozent machen sie nur fünf Prozent aus. Anders bei Firmen mit weniger Erfolg. Bei weit mehr als der Hälfte machen Aufwendungen Kredite jedoch zwischen fünf und zehn Prozent der gesamten Aufwendungen aus.

Risikomanagement

Je größer die Unternehmen, umso besser streuen sie ihre Risiken. Gefährden kunden- und wettbewerbsbezogene Risiken bei kleinen Firmen über 55 Prozent des Ergebnisses, so liegt der Wert bei großen Unternehmen zehn Prozentpunkte niedriger. Dafür werden größere Firmen immer anfälliger für politische Risiken. Finanzierungsrisiken spielen hingegen kaum eine Rolle. Aber auch ihr Einfluss sinkt mit zunehmender Firmengröße.

Basel II

Für erfolgreiche Unternehmen spielt Basel II kaum noch eine Rolle. Drei Viertel sind so gut vorbereitet, dass sie glauben, für ihre Bankbeziehung ändere sich nichts mehr. Anders für die weniger Erfolgreiche: Sie rechnen damit, dass sie schwere an Kredite kommen und dass es teurer werden. Allerdings hat auch erst eine Minderheit von ihnen eine Ratingstrategie entwickelt.

Geschäftsbeziehung zu Banken

Sparkassen und Volksbanken kommen bei Unternehmern am besten weg. Ihnen bescheinigen sie, dass näher an der Praxis sind, transparent und zuverlässig arbeiten. Den Geschäftsbanken trauen die Firmen jedoch nicht viel zu. Vor allem Dresdner Bank und Hypo Vereinsbank erhalten schlechte Noten für ihre Arbeit.

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In der impulse-Ausgabe 09/2004 erfahren Sie ab Seite 102 neben dem vollständigen Artikel auch:

  • Welche Finanzierungsinstrumente Firmen erfolgreich machen
  • Wie die Banken im Ranking abschneiden
  • Die besten Controlling-Instrumente
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