Finanzen + Vorsorge Früher Ruhestand vor dem Aus

Bis 2008 stehen dem Arbeitsmarkt etwa 560.000 ältere Arbeitskräfte zusätzlich zur Verfügung, die bisher früher in den Ruhestand gingen. Deswegen wird die Arbeitslosigkeit vorübergehend vor allem unter den bisherigen "Nachrückern" zunehmen bzw. bei den Erwerbslosen verfestigen.

Der Grund: Mit den Renten- und den neuesten Arbeitsmarktreformen steht das eingespielte System aus Vorruhestand und abschlagsfreier Frühverrentung vor dem Aus. Dies zeigt die aktuelle Studie „Frühruhestand vor dem Ende“, die das Forschungsinstitut empirica im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) erarbeitet hat.

Derzeit gehen mindestens 60 Prozent aller Arbeiter und Angestellten erst in den Vorruhestand und dann – im Durchschnitt 2,7 Jahre später – in die Rente. Dabei werden über 60 Prozent der Vorruheständler durch die Arbeitslosenversicherung finanziert, nur 30 Prozent durch die Arbeitgeber.

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Die neue Gesetzeslage hat die Zeitspanne zwischen dem Ende der Erwerbstätigkeit und dem Beginn abschlagsfreier Rentenzahlungen deutlich verkürzt. Der staatlich finanzierte Vorruhestand zwischen dem Ende der Erwerbstätigkeit und dem Beginn abschlagsfreier Rentenzahlungen wird nur noch höchstens 18 Monate dauern und kann frühestens beginnen, wenn der Berechtigte 63,5 Jahre alt ist.

Arbeitnehmer, die dennoch früher in den Ruhestand wechseln wollen, können dies nur noch per Altersteilzeit, die im Wesentlichen durch den Arbeitgeber oder durch entsprechende Eigenvorsorge finanziert werden muss.

Hochgerechnet für den Geburtsjahrgang 1951 mit seinen 750.000 Arbeitern und Angestellten bedeutet dies einen zusätzlichen privaten Kapitalbedarf von gut 37 Milliarden Euro – knapp 50.000 Euro pro Arbeitnehmer. „Entsprechend wenige werden in Zukunft von dieser Möglichkeit Gebrauch machen“, glaubt DIA-Sprecher Bernd Katzenstein.

Die Studie „Frühruhestand vor dem Ende. Die kurzfristigen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt“ kann hier angefordert werden.

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