Finanzen + Vorsorge Für wen lohnt sich externes Rating?

Einstieg mit Strategie

Einstieg mit Strategie

Die Musterschüler unter Deutschlands Unternehmen haben es schon: Ein Rating, mit dem sie sich dem Kapitalmarkt präsentieren. Dieses zeigt, wie leistungsfähig das untersuchte Unternehmen ist und dient vor allem dazu, den Preis für Fremdkapital zu bestimmen.

Ist das Unternehmen gesund und gut in seinem Markt aufgestellt, ist der Zins niedrig. Denn bei diesem Unternehmen ist die Wahrscheinlichkeit, dass es seine Verbindlichkeiten nicht zurückzahlen kann, sehr gering. Schuldner mit einer schlechten Bonität und damit einem schlechten Rating zahlen dagegen höhere Zinsen.

Hier lässt sich die Bank das höhere Kreditausfallrisiko bezahlen. Vor allem Unternehmen, die sich am Kapitalmarkt, beispielsweise über Anleihen, Geld beschaffen wollen, kommen um ein Rating durch eine externe Agentur nicht herum.

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Während in Deutschland nur wenige große Unternehmen eine Rating haben, ist dieses Bewertungsinstrument im anglo-amerikanischen Wirtschaftsraum schon lange verbreitet. Dementsprechend haben sich auch die anglo-amerikanischen Schulnoten von A wie „bestanden“, bis – je nach Agentur C oder D für „nicht bestanden“ – durchgesetzt.

Die drei größten und renommiertesten Ratingagenturen sind die amerikanischen Unternehmen „Moody´s“, „Standard & Poors“ und „Fitch“. Die beiden Erstgenannten sind schon seit Mitte des letzten, beziehungsweise seit Beginn dieses Jahrhunderts im Geschäft. Dementsprechend groß ist ihr Renommee.
Ein Unternehmen, das mit einem sehr guten Rating einer dieser Agenturen zu einer Bank kommt, hat keinerlei Probleme, an einen günstigen Kredit zu kommen.

Mittlerweile haben sich in Deutschland einige kleinere Ratingagenturen etabliert, die sich vor allem an den Mittelstand richten (siehe Adressen unten).

Ein externes, positives Rating bietet Unternehmen einige Vorteile:

  • Externe Bonitätsbeurteilung:
  • Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens wird durch einen unabhängigen neutralen Dritten beurteilt. Damit sind Geschäftspartner schnell über dessen Fähigkeiten, finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, informiert.
  • Benchmarking
  • Der Ratingbericht zeigt auch, in welcher Situation sich das Unternehmen im Vergleich zu anderen Firmen befindet. Dies gilt vor allem für wichtige Bilanzkennzahlen.
  • Verhandlungsposition bei Banken
  • Banken verwenden eigene, für den Kreditsuchenden nicht immer zu durchschauende Ratingsysteme, mit denen sie Risikozuschlag und Kreditlimit bestimmen. Ein externes objektives Rating stärkt die Verhandlungsposition.

Allerdings ist ein externes Rating sehr teuer. Eine Beurteilung durch eine der großen bekannten Agenturen kostet um die 50.000 Euro. Dazu kommen jedes Jahr mehrere tausend Euro Folgekosten, um das Rating immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Bei einer kleineren Agentur kommen Kunden billiger weg. Allerdings sind diese noch nicht so etabliert.

Deutsche Rating-Agenturen für den Mittelstand:

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