Finanzen + Vorsorge Gaspreise bleiben stabil

Stillstand bei den Gaspreisen: Endverbraucher in Deutschland können sich bis zum Jahresende auf stabile Preise einrichten. Mittelfristig könnten die Preise aber wieder stark steigen, sagen Experten des Energie-Fachdienstes EID.

Die Gaspreise für Endverbraucher in Deutschland sind in diesem Jahr weitgehend stabil. Daran werde sich auch bis zum Jahresende nichts ändern, heißt es in einer Analyse des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID vom Montag. Hauptgrund für den Stillstand an der Preisfront seien die Notierungen für Gas an den internationalen Handelsmärkten. Sie bewegten sich seit etlichen Wochen kaum. Eine ähnliche Entwicklung ist auf den Ölmärkten zu beobachten. Auch im Vergleich zum Juli 2012 haben sich die Gaspreise für Endverbraucher den Angaben zufolge bei 19 großen Gasversorgern in Deutschland nur um 1,5 Prozent erhöht.

Mittelfristig sehen die EID-Experten zwei mögliche Entwicklungen bei den Gaspreisen. Einerseits gebe es Signale auf den Märkten, die auf günstigere Preise hindeuten. Viele Gashändler rechnen mit einem höheren Angebot, unter anderem weil die USA mit dem Export von Erdgas beginnen werden. Dort ist die Erdgasförderung mit Hilfe der umstrittenen Fracking-Methode stark gestiegen, der Preis dagegen verfallen.

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Auch starke Preissteigerungen sind möglich

Auf der anderen Seite sind die deutschen Gasspeicher nach dem langen Winter weitgehend leer. Sie seien gegenwärtig noch zu 38 Prozent gefüllt, schreibt der Fachdienst. Zudem gingen die Gasimporte in den ersten vier Monaten gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um knapp neun Prozent zurück. Ein kalter Winter oder eine längere Kälteperiode könnte nach Ansicht des EID zu sehr starken Preissteigerungen führen.

Anders als früher sind die Gaspreise nicht mehr allein vom Ölpreis abhängig, der allerdings nach wie vor einen gewissen Einfluss hat. Zunehmend spielen die Marktbedingungen auf den Spotmärkten eine Rolle, wo sich die Kunden kurzfristig mit Gas versorgen können. Die langfristigen Lieferverträge der Importeure zum Beispiel mit Russland orientieren sich nach wie vor am Ölpreis. Sie wurden aber in letzter Zeit mehrfach nachverhandelt, weil sich die Preise für langfristig bezogenes Gas und kurzfristig erhältliche Mengen stark auseinanderentwickelt hatten.

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