Finanzen + Vorsorge Geld aus dem Ausland

Auch Forderungen an Kunden aus anderen Staaten lassen sich verkaufen. Was Firmenchefs beim Exportfactoring beachten müssen.

Über schlechte Zahlungsmoral will Wilfried Trumpp (Foto) sich nicht beklagen. Es ist eher die unterschiedliche Kultur im Umgang mit Rechnungen, die ihm zu schaffen macht. Denn die Käufer seiner Kunststofffasern für Fallschirme und Airbags sitzen in der ganzen Welt. Und in vielen Ländern ist man es nicht gewöhnt, Rechnungen mit Zahlungszielen von weniger als drei Monaten zu akzeptieren.

„Wir sind aber keine Bank“, sagte sich der Geschäftsführer der UTT Technische Textilien GmbH – und entschloss sich vor zwei Jahren zum Verkauf seiner Auslandsforderungen. Nun kümmert sich die Allgemeine Kredit Coface Finanz (AKCF) um die Rechnungen der UTT, die mit 220 Mitarbeitern rund 45 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Coface überweist sofort 90 Prozent der Forderungen auf Trumpps Konto, egal wohin er seine Rechnungen schickt.

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Factoring zur Finanzierung des Außenhandels erlebt in Deutschland derzeit einen mächtigen Boom: Der Umsatz hat sich in den letzten vier Jahren auf fast zehn Milliarden Euro verdoppelt. Grund: Das Prinzip des schnellen Geldes ohne Ausfallrisiko ist bei Geschäften in anderen Staaten zusätzlich reizvoll: „Für einen Exporteur sind die Risiken aus Rechtsvorschriften, Markt- und Zahlungsgewohnheiten oft schwer einzuschätzen“, erklärt Ralf R. Bauer, Vorstand der Eurofactor AG aus Oberhaching.

Für Unternehmer ist der Ablauf des Exportfactorings nahezu identisch mit dem im Inland. Sie vereinbaren, welche Auslandsforderungen sie verkaufen. Der Factor definiert für die Kunden Höchstsalden und Zahlungsziele. Regelmäßig informiert der Unternehmer nun seinen Factor über die Rechnungsdaten. Im Gegenzug erhält er meist 90 Prozent der Rechnungssumme sofort. Hans Volker Meyer, Geschäftsführer von Südfactoring: „Für die Firmen werden Exporte quasi zu Inlandsgeschäften.“

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 06/2005, Seite 126, nachlesen.

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