Finanzen + Vorsorge Geld vom Kapitalmarkt

Geld vom Kapitalmarkt

Geld vom Kapitalmarkt

Assed Backed Securities (ABS) sind in Deutschland noch recht unbekannt. Doch Unternehmen können sich damit auf eine interessante Art refinanzieren, ohne den üblichen Bankkredits.

Assed Backed Securities gibt es in den USA schon lange. Deutsche Firmen entdecken dagegen erst langsam diese neue Art der Unternehmensfinanzierung. Übertragen ins Deutsche bedeutet der Begriff ABS: Wertpapiere (=Securities), die durch Forderungen (= Assets) besichert (=Backed) sind. Simpel gesagt: Die Forderungen eines Unternehmens werden in Wertpapiere umgewandelt und auf dem Kapitalmarkt verkauft

Das Verfahren ist einfacher, als es klingt. Ein Unternehmen, der sogenannte Originator, verkauft seinen Forderungen an eine eigens zu diesem Zweck gegründete Gesellschaft. Diese refinanziert sich durch die Ausgabe von Wertpapieren auf dem internationalen Kapitalmarkt. „Diese Wertpapiere werden hauptsächlich von institutionellen Anlegern gekauft“, weiß Jan Offerhaus aus dem Münchner Büro der Unternehmensberatung HHMC. Die Wertpapiere werden aus den Zahlungsströmen der Forderungen bedient. Werden also Forderungen getilgt, erfolgt auch eine Rückzahlung der Wertpapiere.

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Vorausetzung für so eine Transaktion sind gleichartige, regelmäßig wiederkehrende und rechtlich abtretbare Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Miet-, Leasing- und Lizenzeinnahmen sind dafür genauso geeignet.
Das Verfahren hat für Unternehmen einige Vorteile:

Zusätzliche Finanzierungsquelle:

Der Originator kann, über die herkömmliche Fremdkapitalbeschaffung hinaus, eine zusätzliche Finanzierungsquelle erschliessen. Die Kreditlinien bei der Bank werden nicht beansprucht.

Gleichbleibende Beziehungen

Die Beziehung zu den Schuldnern wird nicht verändert. Denn im Gegensatz zum Factoring bleibt das Debitorenmanagement meist beim Originator. Die Schuldner erfahren somit nichts vom Verkauf ihrer Verbindlichkeiten.

Bilanzverbesserung

ABS verbessert die Eigenkapitalquote. Damit steigt die Kreditwürdigkeit.

Weniger Ausfallrisiko

Ähnlich wie beim Factoring gibt das Unternehmen sein Ausfallrisiko ab – in diesem Fall an die Zweckgesellschaft und damit mittelbar an die Käufer der Wertpapiere.

Mehr Liquidität

Genau wie beim Factoring steigt mit Assed Backed Securities die Liquidität im Unternehmen.

Geringere Finanzierungskosten

ABS-Transaktionen sind sehr komplex. Deshalb ist ein Rating unvermeidlich. Allerdings bezieht sich das Rating auf den Forderungspool, nicht alleine auf den Originator. So können Unternehmen mit weniger guten Ratings dennoch gute Finanzierungskonditionen bekommen, wenn die gesammelten Forderungen insgesamt gute Ratingnoten vorweisen können.

Noch ist eine Finanzierung mit ABS sehr teuer und nur für größere Firmen interessant. „Unternehmer müssen ein Forderungsvolumen von mindestens 15 Millionen Euro vorweisen“, sagt Jan Offerhaus. Doch diese Grenze sinkt. So bietet die Mainzer Allgemeine Kreditversicherung schon ein Programm mit einem Mindestforderungsvolumen von nur fünf Millionen Euro an.

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