Finanzen + Vorsorge Genossen zu neuen Ufern

Skizziert die Bankenwelt von morgen: Christopher Pleister, Präsident des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken.

impulse: Herr Pleister, die Volksbanken spielen mit dem Gedanken, Sparkassen zu übernehmen. Wann wird es so weit sein?

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Pleister: Nein, diese Aussage geht deutlich zu weit. Aber die Sparkassengesetze könnten sich ändern. Sollten sie die Rechtsform der Genossenschaft zulassen, haben wir eine neue Situation. Diese Rechtsform wäre für die Sparkassen im Übrigen attraktiv, denn sie sicherte länger als alle anderen Rechtsformen den Bestand der Sparkasseninstitute.

Wieso das?

Weil Genossenschaften gegen feind­liche Übernahmen wirksame Hebel haben. Ohne Zustimmung der Genossen können Sie keine Volksbank kaufen.

Was versprechen Sie sich von dem Kauf der Sparkassen?

Sparkassen und Volksbanken arbeiten mit ähnlichen Geschäftsmodellen. Wir könnten große Synergiepotenziale heben. Vor allem in strukturschwachen Gebieten könnten wir so dauerhaft Bankdienstleistungen anbieten.

Als Monopolist.

Nein, im Zeitalter des Internets gibt es im Bankgeschäft keine Monopole mehr.

Das gilt aber nicht für die Firmenkunden. Für die gibt es keine Online-Banken.

Sie haben Recht. Trotzdem kann der Firmenkunde schon eine Menge Tagesgeschäft über das Internet abwickeln. Wenn der Entscheider aber mehr als eine Bankverbindung will, sind kurze Wege nicht immer garantiert.

Doch richtigen Wettbewerb um die Kunden gäbe es nicht mehr.

Auch unter Wettbewerbsgesichtspunkten hat sich das Drei-Säulen-Modell unserer Bankenlandschaft in der Tat sehr bewährt. Hätten die Sparkassen eine andere Rechtsform, wäre der Rückzug aus der Fläche wahrscheinlich vorprogrammiert.

Davon abgesehen. Was hätten die Firmenkunden von einem Zusammenschluss der Volks-banken mit den Sparkassen?

Weil wir größer wären, könnten wir noch schneller neue Finanzierungs­produkte entwickeln und anbieten. Zudem käme unsere Stärke der Wirtschaftskraft des jeweiligen Standorts zugute. Das ist ja eine der Aufgaben der Genossenschaftsinstitute.

Das vollständige Interview können Sie in der impulse-Ausgabe 04/2006, Seite 138, nachlesen.

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