Finanzen + Vorsorge Gewerbe-Immobilien richtig mieten

Gewerbe-Immobilien richtig mieten

Gewerbe-Immobilien richtig mieten

Der Mietvertrag für eine Gewerbe-Immobilie kann voller Fallen sein. Darum müssen sich Unternehmer gut informieren, bevor sie einen Mietvertrag unterschreiben. Sonst kann es zu viel Ärger kommen.

Mietverträge für Gewerbeimmobilien haben ihre Tücken. Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, sollten Sie zumindest über die wichtigsten Punkte informiert sein:

Zu Gewerbe-Immobilien gehören beispielsweise

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  • Büro- und Verwaltungsgebäude,
  • Kaufhäuser,
  • Lagerhäuser oder auch
  • Arztpraxen.

Da Gewerbe aber auch in einem Wohnraum betrieben werden kann, muss zuerst festgestellt werden, ob das Objekt als Wohn- oder als Gewerberaum vermietet wird. Es gilt die folgende Regel: Ab 60 Prozent gewerblicher Nutzung gilt das Gewerberaum-Mietrecht. Die Klärung dieser Frage ist auch im Hinblick auf mögliche gerichtliche Auseinandersetzungen relevant.

Wer einen Mietvertrag für eine Gewerbe-Immobilien unterschreibt, darf grundsätzlich nur den Geschäftszweig darin betreiben, der im Mietvertrag als Verwendungszweck angegeben ist. Ausnahme: Im Mietvertrag steht nur Gewerberaum-Mietverhältnis.

Kündigung

Für Gewerbe-Immobilien gibt es keinen gesetzlichen Kündigungsschutz, das heißt, der Mieter kann einer Kündigung nicht widersprechen. Die Kündigungsfristen können frei vereinbart werden. Steht keine Frist im Vertrag, gilt die gesetzliche Frist. Nach der Mietrechtsreform und laut Paragraf 580a Absatz 2 im Bürgerlichen Gesetzbuch heißt es jetzt: „Die Kündigung ist spätestens am 3. Werktag eines Kalendervierteljahres für den Ablauf des nächsten Quartals zulässig“. Die Kündigungsfrist beträgt also fast sechs Monate. Wird der Vertrag auf eine bestimmte Zeit von zum Beispiel fünf oder zehn Jahren abgeschlossen, ist in dieser Zeit keine Kündigung möglich.

Die Kündigung kann mündlich erfolgen. Der Vermieter kann eine Änderungskündigung vorschlagen und damit eine höhere Miete vereinbaren.

Nebenkosten

Auch die Zahlung von Nebenkosten ist frei verhandelbar. Mehrwertsteuer darf der Vermieter allerdings nur verlangen, wenn sie vertraglich vereinbart wurde.

Kaution

Steht im Vertrag nichts über die Anlage und somit Verzinsung der Kaution, muss sie als Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist angelegt werden. Eine Verzinsung kann aber durch den Mietvertrag auch ausgeschlossen werden. Im Mietvertrag sollte vereinbart werden, dass die Kaution getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt wird. Im Falle einer Insolvenz des Vermieters hat der Mieter dann mehr Rechte.

Mietminderung

Im Mietvertrag für Gewerbe-Immobilien kann Mietminderung eingeschränkt oder sogar ausgeschlossen werden. Für die Instandsetzung der Räume ist in der Regel der Vermieter zuständig. Allerdings können dem Mieter Reparaturverpflichtungen auferlegt werden.

Konkurrenzschutz

Grundsätzlich hat der zuerst einziehende Mieter Konkurrenzschutz. Das heißt, mietet ein Bäcker in einem Haus einen Laden, hat er Konkurrenzschutz, wenn nach einiger Zeit ein zweiter Bäcker im gleichen Haus seine Waren verkaufen möchte. Trotzdem sollte der Konkurrenzschutz vertraglich vereinbart werden.

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