Anzeige Hochwasser: Bund will Unternehmen unter die Arme greifen

Hochwasser in Glashütte in Sachsen.

Hochwasser in Glashütte in Sachsen.© Nomos, Glashütte

Der Bund und die Spitzenverbände der Wirtschaft haben sich auf unbürokratische Hilfen für Firmen verständigt, die von der Flutkatastrophe betroffen sind. Auch Landwirten soll rasch geholfen werden. Der genaue Umfang der Zusatzprogramme ist noch offen.

 

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Die Bundesregierung will nach den Soforthilfen von 100 Millionen Euro auch Unternehmen sowie Landwirten in Hochwasser-Regionen unter die Arme greifen. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) verständigte sich am Mittwoch in Berlin mit Spitzenverbänden der Wirtschaft auf ein 10-Punkte-Programm.

Das Programm für Firmen im Volumen von weiteren 100 Millionen Euro sieht Zins- und Tilgungserleichterungen bei KfW-Krediten vor. Für Firmen, die durch die Flutkatastrophe Pleite gehen, wird die Frist zur Beantragung einer Insolvenz bis Frühjahr 2014 unterbrochen.

„Kein Unternehmen wird allein gelassen, und sei es auch noch so klein“, sagte der Vizekanzler nach einem Treffen mit Spitzenvertretern von DIHK, BDI, des Handwerks (ZDH), des HDE sowie des Hotel- und Gaststättengewerbes (Dehoga). Nächste Woche will Rösler mit Banken und Versicherern Hilfen erörtern.

Gastgewerbe besonders stark betroffen

Das Gastgewerbe ist nach Angaben des Branchenverbandes Dehoga überproportional betroffen: „Die Umsatzsituation ist momentan sehr schlecht.“ Auch der Baubranche machen nach dem langen Winter Dauerregen und Überschwemmungen zu schaffen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie geht aber davon aus, dass die Unternehmen ihren Produktionsrückstand bewältigen könnten. Trotz schwächelnder Nachfrage im ersten Vierteljahr rechne er 2013 weiter mit einem Umsatzplus von zwei Prozent, sagte Verbandspräsident Thomas Bauer.

Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) sagte Landwirten in den Hochwassergebieten finanzielle Unterstützung aus dem Soforthilfepaket der Bundesregierung zu. „Es ist eine Riesen-Katastrophe. Wenn das Wasser mehrere Tage auf den Feldern steht, ist die Ernte in der Regel vernichtet“, sagte Aigner. Das Ausmaß des Schadens für die Landwirtschaft sei noch nicht abzusehen. Wie hoch der Anteil für Bauern aus den Soforthilfen sein soll, war noch unklar.

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