Finanzen + Vorsorge Hochwasser im Juni gehört zu teuersten Naturkatastrophen in Deutschland

Die Hochwasserkatastrophe im Juni hat einen Schaden von mehr als zwölf Milliarden Euro angerichtet. Der weitaus größte Teil davon entstand in den Überschwemmungsgebieten in Deutschland. Die Versicherungen kommen aber nur für einen Teil der Schäden auf.

Die Hochwasserflut im Juni gehört nach Einschätzung des weltgrößten Rückversicherers Munich Re zu den teuersten Naturkatastrophen aller Zeiten in Deutschland. Der Konzern schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Überschwemmungen in Deutschland und seinen Nachbarländern auf mehr als zwölf Milliarden Euro. Der Großteil davon entfalle auf Deutschland, teilte die Munich Re am Dienstag in München mit. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es die teuerste Naturkatastrophe in Deutschland ist“, sagte ein Konzernsprecher.

Bislang gilt das Elbehochwasser von 2002 als schwerster Schaden in Deutschland. Damals wurde die Volkswirtschaft mit 11,6 Milliarden Euro belastet. Diese Größenordnung könnte nun durch die Überschwemmungen Anfang Juni übertroffen werden. Vor allem Bayern und Ostdeutschland waren von der Katastrophe getroffen, unzählige Häuser
wurden überflutet.

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Viele Gebäude nicht versichert

Die Versicherungen kommen allerdings nur für einen Teil der Schäden auf, da viele Gebäude in den Überschwemmungsgebieten nicht versichert sind. Die Munich Re geht von einem versicherten Schaden von gut drei Milliarden Euro für die Versicherungsbranche aus. Damit führt die Katastrophe die Liste der weltweit teuersten
Naturkatastrophen im ersten Halbjahr an.

Die Risiken durch Überflutungen werden aus Sicht des Versicherers in Deutschland immer noch unterschätzt. „Flüsse brauchen Platz, damit Hochwasserwellen ohne schwere Schäden abfließen können“, sagte Vorstand Torsten Jeworrek. Beim Ausweis von Neubaugebieten müsse das Überschwemmungsrisiko mit berücksichtigt werden. «Die Politik sollte
nicht nur nach Katastrophen Nothilfefonds auflegen, sondern verstärkt vorausschauend handeln und einen klugen, überregionalen, möglichst international koordinierten Hochwasserschutz betreiben.»

Insgesamt summierten sich die Schäden durch Naturkatastrophen, die von den Versicherungen übernommen werden, bis Ende Juni weltweit auf 13 Milliarden Dollar (rund 10 Milliarden Euro). Damit liegen sie unterhalb des Durchschnitts der vergangenen zehn Jahre von 22 Milliarden Dollar. Auch in anderen Ländern, darunter Kanada und
Australien, richteten vor allem Überschwemmungen hohe Schäden an. Die zweitteuerste Katastrophe nach dem Hochwasser in Europa war im Mai ein Unwetter in den USA mit schweren Tornados. In Moore, einem Vorort
von Oklahoma City wurden mehr als 1000 Häuser komplett zerstört. Die Munich Re geht von einem wirtschaftlichen Schaden von mehr als drei Milliarden Dollar für diese Katastrophe aus.

1 Kommentar
  • Michael Keutner 9. Juli 2013 17:10

    wenn die Katastrophe 2002 einen Schaden von 11,6 MrdEuro verursacht hat und die ggenwärtige Katastrophe „nur 12 Mrd, dann ist bei Berücksichtigung einer 2%igen Inflation die 2002er Katastrophe mit 11,6 * 1,02^11 = 11,6 * 1,24 = 14,4 MdrEuro doch noch teurer. Oder nicht?

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Keutner

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