Finanzen + Vorsorge Inflation in China steigt stärker als erwartet

Im Juni ist die Inflation in China stärker gestiegen als erwartet. Besonders die Preise von Lebensmitteln legten wieder kräftig zu. Experten rechnen daher auch weiter nicht mit einer Senkung der Leitzinsen, obwohl die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt an Dampf verliert.

Die Inflation in China ist im Juni schneller als erwartet gestiegen. Mit einem starken Zuwachs der Lebensmittelpreise legte der Verbraucherpreisindex um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistikamt am Dienstag in Peking berichtete. Im Mai war die Inflation auf 2,1 Prozent zurückgegangen. Die Nahrungsmittelpreise allein stiegen im Juni um 4,9 Prozent, während die Preise für frisches Gemüse sogar um 9,7 Prozent zulegten.

Der Anstieg der Inflation bestätigt die Politik der Zentralbank, die Geldpolitik trotz schwächerer Konjunkturlage in China nicht weiter zu lockern. Experten rechnen daher nicht mit einer Senkung der Leitzinsen, obwohl die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt an Dampf verliert. Als Zeichen für rückläufige Nachfrage in China fiel der Erzeugerpreisindex sogar um 2,7 Prozent. 16 Monate in Folge ist der Index bereits zurückgegangen.

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Statt die Geldpolitik zu lockern, dürfte die Regierung weiter versuchen, die Überkapazitäten und die ausufernde Kreditausweitung in den Griff zu bekommen, meinten Experten nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

„Unzureichende heimischer und ausländischer Nachfrage“

„Aus globaler Sicht werden 2,7 Prozent Inflation nicht viel Druck auf die Wirtschaft ausüben“, sagte Zhang Bin, Forscher der Akademie der Sozialwissenschaften der Staatsagentur. „Angesichts unzureichender heimischer und ausländischer Nachfrage rechnen wir in diesem Jahr mit milder Inflation von möglicherweise 2,5 Prozent.“

Chinas Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr nur noch um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – so langsam wie seit 1999 nicht mehr. Im ersten Quartal waren es nur 7,7 Prozent. Am 15. Juli werden die Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt.

1 Kommentar
  • Stefan Wehmeier 12. Juli 2013 12:52

    Die Geldmenge allein ist irrelevant. Entscheidend ist das Produkt aus Zentralbank-Geldmenge (Bargeld + Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) x effektive Umlauffrequenz (fu). Hat die Zentralbank keinen Einfluss auf fu, kann sie verständlicherweise die Kaufkraft des Geldes nicht stabil halten:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/01/geldtheorie.html

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