Finanzen + Vorsorge Internes Rating: Das wollen die Banken wissen

Beim Betriebsübergang gelten neue Spielregeln

Beim Betriebsübergang gelten neue Spielregeln

In Zukunft schauen die Banken genauer hin: Firmen, die einen Kredit wollen, werden bankintern auf Herz und Nieren geprüft. "Der schon oft totgesagte Bankkredit ist und bleibt für die Kunden die dominierende Finanzierungsform", beruhigt aber Bernhard Krob, Leiter der Abteilung Risikokonzepte/Risikosteuerung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) nervöse Unternehmer.

Dennoch wollen die Banken dann genaue Auskünfte. Nach diesen Kriterien fragen dann zum Beispiel die Volks- und Raiffeisenbanken:

  • Wirtschaftliche Verhältnisse
  • Hier sehen sich die Banker die Abschlüsse der letzten zwei Jahre genau an. Dazu kommen aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen, zum Beispiel der Bestand und die Entwicklung des Eigenkapitals, die Finanzierungsstrukturen und die Ertragslage.
  • Die privaten Vermögens- und Schuldenverhältnisse des Unternehmers werden beim genossenschaftlichen Rating mit berücksichtigt, wenn ein Haftungs-/Sicherheitenverbund besteht.
  • Kontoführung/Kundenbeziehung
  • Hier interessieren sich die Prüfer dafür, ob der Unternehmer den Kreditrahmen voll ausschöpft oder sogar sein Konto überzieht. Ebenso wird gecheckt, ob die Kontoumsätze in einem vernünftigen Verhältnis zum Kreditrahmen stehen. Wichtig für die Ratingnote ist auch, ob der Unternehmer seine Bank immer pünklich und umfassend informiert und alle Vereinbarungen einhält.
  • Weitere Unternehmensentwicklung
  • Die Bank interessiert, wie die Geschäfte in einigen Jahren laufen. Der Firmenchef sollte deshalb Zukunftsstrategien aufzeigen und mit Planungsrechnungen belegen können. Die Bank prüft diese Berechnungen anhand der bisherigen Unternehmenskennzahlen und anhand von Branchenwerten auf ihre Plausibilität.
  • Management/Unternehmen
  • Hier wird die Geschäftsleitung auf die fachlichen und die kaufmännischen Fähigkeiten hin überprüft. Bei letzterem Kriterium interessiert vor allem die Qualität des Rechnungswesens. Untersucht wird auch, ob das Unternehmen ein ausreichendes Controlling vorweisen kann.
  • Markt/Branche
  • Mit diesem Kriterium wollen die Banker sicher gehen, ob Produkte/Leistungen auf der Höhe der Zeit sind und laufend weiter entwickelt werden. Dabei verzichten die Volks- und Raiffeisenbanken auf pauschale Branchenratings. Vielmehr wird das unmittelbare Firmenumfeld analysiert.
  • Refinanzierungskosten
  • Dies sind die Kosten für die Beschaffung des ausgeliehenen Geldes. Diese hängen ab von der aktuellen Situation am Geld- und Kapitalmarkt sowie von der Höhe und der Laufzeit des Kredits.
  • Risikokosten
  • Diese sind abhängig von der Bonität beziehungsweise der Ratingklasse des Kreditnehmers, der Laufzeit und der Besicherung des Kredits. Je besser die Bonität, umso geringer ist die anzusetzende Ausfallrate und umgekehrt. Je länger die Laufzeit, umso höher muss die Risikoprämie sein.
  • Betriebskosten
  • Hierbei handelt es sich um die Kosten für Personal, EDV und Infrastruktur, die bei der Bearbeitung von Kreditgeschäften anfallen.
  • Eigenkapitalkosten
  • Dies sind die Kosten der Bank, die aus der Verzinsung des durch das Kreditgeschäft gebundenen Eigenkapitals der Bank entstehen.

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