Finanzen + Vorsorge Jetzt teure Kredite tauschen

Höchste Zeit, teure Kredite in günstige umzuwandeln und damit die derzeit günstigen Konditionen festzuschreiben. Doch für die Umwandlung bestehender Verträge berechnen die Banken hohe Vorfälligkeitszinsen. Lesen Sie hier, wann Umschulden tatsächlich lohnt.

Teure Kredite, vor Jahren abgeschlossen, drücken bei vielen Unternehmen die Margen. Doch wer eine Umschuldung der Altdarlehen in günstigere Neukredite ins Auge fasst, sollte zuvor genau rechnen. Ein Neuabschluss macht nämlich nur Sinn, wenn die Zinsersparnis höher ist, als die Vorfälligkeitsentschädigung, die der Bank bei einem vorzeitigen Vertragsende zusteht. Je länger die Restlaufzeit des Vertrags, desto geringer ist der tatsächliche Vorteil für das Unternehmen. Im Zweifelsfall sollten Firmenchefs deshalb ihre Bank oder einen unabhängigen Finanzberater nachrechnen lassen.

Finanzpartner muss nicht zustimmen

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Generell gilt: Die Finanzpartner müssen im Regelfall einer vorzeitigen Umschuldung nicht zustimmen. Schließlich regelt eigens das Bürgerliche Gesetzbuch, dass Hypothekenkredite und gewerbliche Investitionsdarlehen mit Zinsfestschreibung grundsätzlich nicht vor Ablauf des vereinbarten Zeitraums kündbar sind. Die Ausnahmen: Kredite mit einer Zinsfestschreibung über mehr als zehn Jahre. Diese Verträge lassen sich nach dem zehnten Jahr auflösen. Genauso wie Darlehen mit vereinbarten Sondertilgungen oder mit einer Gesamtrückzahlungsmöglichkeit. Einen dritten Sonderfall hat der Bundesgerichtshof 1998 zugelassen: So kann der Kreditkunde gegen seine Bank einen Anspruch auf vorzeitigen Ausstieg durchsetzen, wenn er zum Beispiel die Immobilie verkaufen möchte oder das Institut wechseln muss, weil ihm zuvor ein höheres Darlehen verweigert wurde (Aktenzeichen XI ZR 197/96 und AZ XI ZR 267/96). Dass dieses Privileg auch für Kreditkunden gilt, die lediglich ihre Zinsbelastung senken wollen, ergänzte das Oberlandesgericht Karlsruhe (Aktenzeichen 3 U 52/95).

Zudem hatte das BGH-Urteil erhebliche Konsequenzen für die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung, die Banken bei einer vorzeitigen Ablösung verlangen können: Sie müssen von den Geldhäusern nach präzisen Kriterien berechnet werden. Obergrenze ist der tatsächlich nachrechenbare Zinsschaden des Kreditinstituts. Dabei haben die Banken künftig nur noch die Wahl zwischen zwei Berechnungsmethoden:

l. Die kundenfreundlichere Aktiv/Aktiv-Methode ermittelt den Schaden, den die Bank erleidet, wenn sie an Stelle des gekündigten einen neuen, billigeren Kredit abschließt. Außerdem steht dem Institut ein Ausgleich für den entgangenen Gewinn zu.

2. Die Aktiv/Passiv-Rechnung geht von der Wiederanlage des vorzeitig zurückgezahlten Geldes aus. Deshalb wird zum Vergleich der Zins für öffentliche Anleihen herangezogen. Dieser ist im Wirtschaftsteil der Tageszeitungen nachzulesen. Hinzufügen darf die Bank anfallende Verwaltungskosten und Risikoprämien.

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