Finanzen + Vorsorge Klagen ohne zu leiden.

Klagen ohne zu leiden.

Klagen ohne zu leiden.

Gerichtsverfahren können schnell ins Geld gehen. Professionelle Prozessfinanzierer mindern das Risiko erheblich.

Wie David im Kampf gegen
Goliath fühlt sich Edgar
Lackhoff. Der Metzgermeister und
Chef des gleichnamigen Delikatessenvertriebs
aus Drensteinfurt mit vier
fest angestellten und sechs freien Mitarbeitern
klagt gegen eine Fleischwarenfabrik
aus Süddeutschland mit
fast 400 Mitarbeitern. Unternehmer
Lackhoff will das finanzielle Risiko
des Prozesses in Grenzen halten.
Denn er befürchtet, dass ihm bei einem
langwierigen Rechtsstreit die
Luft ausgeht. Lösung: Er sucht über
seinen Anwalt Hilfe bei einer Prozess-
finanzierungs-Gesellschaft.

Diese Firmen übernehmen die
Kosten eines Verfahrens vor einem Zivilgericht,
wenn es um finanzielle Forderungen
geht. „Dabei kann es sich
beispielsweise um Erbstreitigkeiten,
Patentverletzungen, Haftpflichtschäden
oder Unstimmigkeiten bei Betriebsübernahmen
handeln“, wirbt
Arndt Eversberg, Geschäftsführer der
Allianz Prozessfinanz GmbH, für seine
Branche. Der Versicherungskonzern
Allianz ist erst jüngst in dieses Geschäft
eingestiegen und erwartet ein
anhaltendes Wachstum bei Prozess-
finanzierungen in den nächsten Jahren.
Meist sind die Finanzierer keine
Konzerntöchter, sondern GmbHs, die
sich die erforderlichen Mittel über
Risikokapital beschaffen.

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„Jede gerichtliche Auseinandersetzung
kostet Geld“, weiß Astrid Wannieck
von der DAS Prozessfinanzierung.
Schon im Vorfeld der Klage entstehen
Kosten. Der eigene Anwalt fordert
einen Vorschuss. Das Gericht bearbeitet
die Akten erst, wenn die ersten
Zahlungen eingegangen sind. Und
auch Zeugen und Sachverständige
werden nur gehört, wenn entsprechende
Vorschüsse gezahlt werden.
„Alles in allem kommen so bei einem
Streitwert von 500000 Euro mehr als
100000 Euro zusammen, wenn der
Prozess über drei Instanzen geht“,
rechnet die Münchnerin vor. Bei einem
Streitwert von 2,5 Millionen Euro
liegen die Kosten bei etwa 325000
Euro. Wer den Prozess verliert, muss
alles zahlen – sogar den gegnerischen
Anwalt. Hinzu kommt: „Selbst wenn
das Gericht zu Gunsten des Klägers
entscheidet“, so die Anwältin, „ann
es Jahre dauern, bis Geld fließt“.

Bevor Prozessfinanzierer die Kosten
für eine Klage übernehmen, prüfen sie
daher sorgfältig die Rechtslage. Verdienen
können sie nämlich nur, wenn
der Rechtsstreit gewonnen wird. Dann
aber kassieren sie kräftig mit. Die
meisten Gesellschaften steigen erst bei
einem Streitwert von mindestens
50.000 Euro ein. Vom Erlös – das ist die
vom Gericht zugesprochene oder bei
einem Vergleich ausgehandelte Summe
abzüglich der Kosten – streichen
sie dann zwischen 20 Prozent und 50
Prozent ein.

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