Finanzen + Vorsorge Konsumforscher sehen Ende der Fahnenstange bei Kauflust

Auch wenn die Konjunktur schwächelt, die deutschen Verbraucher haben sich davon bisher nicht die Konsumlaune verderben lassen. Statt Geld zu Mini-Zinsen anzulegen, stecken sie es lieber in Immobilien und Möbel. Ganz so rasant dürfte das wohl nicht weitergehen.

Konsumforscher sehen nach einer mehrjährigen Boomphase das Ende der Fahnenstange bei der Kauflust der Deutschen erreicht. „Wir sind bei der Anschaffungsneigung der Verbraucher bereits auf einem sehr hohen Niveau. Da gibt es vielleicht noch ein bisschen Luft nach oben, aber große Sprünge sind da nicht mehr drin“, sagte der Marktforscher der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Rolf Bürkl. Von einer Trendwende zum Negativen könne bei der Konsumstimmung aber auch nicht die Rede sein.

Die Bereitschaft der Verbraucher zu größeren Anschaffungen ist nach Bürkls Angaben seit der Lehman-Pleite im Jahr 2008 kontinuierlich gestiegen. Neben dem seinerzeit erschütterten Vertrauen vieler Verbraucher in die Finanzmärkte hätten auch die niedrigen Sparzinsen dazu geführt, dass Haushalte ihr Geld lieber in Immobilien, Möbel oder Neuwagen steckten als es auf die hohe Kante zu legen. Auch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt spiele dabei eine Rolle.

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Sparneigung nimmt wieder leicht zu

Dass die sogenannte Anschaffungsneigung demnächst sogar auf das Rekordniveau von 2006 steigen könnte, erwartet Bürkl allerdings nicht. Damals hatte die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung viele Haushalte dazu veranlasst, größere Anschaffungen vorzuziehen. Mit fast 65 Indexpunkten war die Anschaffungsneigung damals knapp doppelt so hoch wie derzeit. Aus den monatlich ermittelten Umfragewerten zur Anschaffungsneigung, der Konjunkturerwartung und den Einkommenserwartungen ermittelt die GfK monatlich den Konsumklimaindex.

Ein Hinweis auf eine leicht gebremste Konsumlust könnte nach Bürkls Einschätzung auch die wieder steigende Sparneigung sein. „Der Index für die Sparneigung liegt zwar mit minus 25 Punkten weiterhin tief im Keller, trotzdem hat die Sparneigung im August leicht zugenommen.“ Noch im Juni hatte sie bei minus 35 Punkten gelegen – und war damit auf ein Rekordtief gesunken. In der derzeitigen Lage hielten es wieder etwas mehr Verbraucher für ratsam, zu sparen. Insgesamt bewege sich die Bereitschaft von Verbrauchern zu größeren Anschaffungen aber weiterhin auf hohem Niveau, stellte der Konsumforscher klar.

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