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Schnellkurs Berufshaftpflicht: Leistung

Bei in Deutschland abgeschlossenen Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherungen gilt das so genannte Verstoßprinzip. Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers während der Vertragslaufzeit für die Folgen von Verstößen bei Ausübung der im Versicherungsschein beschriebenen Tätigkeit. Für bisher nicht bekannte Verstöße ist gegen Zahlung eines zusätzlichen Beitrags auch die Vereinbarung einer Rückwärtsversicherung möglich.

Keinen Versicherungsschutz gewähren die Versicherer, wenn der Schaden durch eine wissentliche Pflichtverletzung entstanden ist. Nicht abgesichert sind zudem generell Haftungsansprüche, die sich aus dem Zahlungsverkehr ergeben – etwa durch Verschreiben oder Verrechnen – sowie Haftungsansprüche von Tochterunternehmen gegen die Muttergesellschaft als Versicherungsnehmerin.

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Aufpassen müssen international tätige Anwaltskanzleien, die günstigere Konditionen im Ausland nutzen wollen. Sie schließen beispielsweise in Deutschland nur die Pflichtversicherung ab und holen sich im internationalen Markt die darüber hinausgehende Deckung. Das Risiko: Im Ausland werden in der Regel nur Deckungen auf so genannter Claims-made-Basis vorgenommen. Heißt: Der Versicherungsfall tritt zu dem Zeitpunkt ein, an dem ein Geschädigter Ansprüche gegenüber dem Versicherten erhebt. Zu welchem Zeitpunkt der Schaden verursacht wurde, ist gleichgültig. Die Folge: Falls der Versicherungsnehmer seinen im Ausland abgeschlossenen Vertrag kündigt und ganz zu einem deutschen Versicherer überwechselt, kann es zu einer Deckungslücke kommen.

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