Finanzen + Vorsorge Mediator warnt vor drohender Kreditklemme

Seit März dieses Jahres ist der Kreditmediator Hans-Joachim Metternich im Amt. Im Interview mit Impulse bemängelt die eher zufällige Kreditvergabe an Unternehmen - und warnt, dass es noch in diesem Jahr noch zu flächendeckenden Engpässen bei der Finanzierung von Firmen kommen könnte.

„In einzelnen Sparten gibt es die Kreditklemme, flächendeckend ist sie noch nicht. Das könnte uns aber im Laufe des Jahres drohen.“ Allerdings hätten sich alle Beteiligten des Kreditgipfels verpflichtet, „jede Möglichkeit zu nutzen, um eine drohende Kreditklemme zu verhindern“.

Metternich bemängelte zugleich, dass Unternehmen derzeit Förderkredite eher zufällig bekämen. „Meine Erfahrung als Chef einer Förderbank hat mir gezeigt, dass es oft Zufall ist, ob ein Unternehmen die öffentlichen Förderprogramme nutzt. Viele wissen davon nichts, die Hausbank bietet diese längst nicht immer an.“ Er wolle erreichen, „dass wir bei der Kreditvergabe alle Möglichkeiten systematisch ausschöpfen“, sagte der Förderbanker im impulse-Interview.

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Metternich ist der erste Kreditmediator der Regierung. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) finanziert das Büro mit einem Betrag von 5 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren. Die Idee stammt aus Frankreich. Dort hat die Behörde allerdings mehr als 250 Mitarbeiter und kann selbst Kredite vergeben.

In Deutschland sollen die Strukturen schlank bleiben. Die Schlichtung zwischen Unternehmen und Hausbank wird mithilfe der IHKs sowie Handwerkskammern vor Ort realisiert. Ab April können Unternehmen sich für eine Schlichtung durch den Kreditmediator bewerben.

Metternich appellierte an alle Beteiligten, dass sich die Kreditversorgung nicht weiter verschlechtern dürfe. So hätten Banken Spielräume beim Rating, die Wirtschaftsverbände könnten die Beratung bei der Finanzierung stärken und die Politik prüfe, ob sie ihre Instrumente zur Mittelstandsfinanzierung erweitern müsse. Dies sei wichtig, weil „die Unternehmen gerade im Aufschwung frisches Geld brauchen“.

Die Spitzenverbände der Banken hätten ihm versprochen, dass „sie alles daransetzen, bei diesem neuen Weg mitzumachen“. Es gäbe dazu „sehr ermutigende Signale“. So habe beispielsweise die Deutsche Bank bereits einen Mittelstandsfonds in Höhe von 300 Millionen Euro geschaffen, der vielleicht noch auf 500 Millionen Euro aufgestockt werde. Er sehe deshalb keinen Grund, in seinem Amt Banker-Bashing zu betreiben.

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