Finanzen + Vorsorge Mieten und Wohnungspreise steigen

Die Fassade eines modernen Mehrfamilienhauses

Die Fassade eines modernen Mehrfamilienhauses© Ralf Gosch - Fotolia.com

In Szenevierteln der Großstädte ist der Wohnraum knapp. Die Preise steigen rasant. Im Bundesdurchschnitt entwickelten sich Mieten und Immobilienpreise hingegen nur etwas schneller als die Inflation, sagt der Immobilienverband IVD.

Das Wohnen in Deutschland ist erneut teurer geworden. Egal ob Miete oder Kauf: Vor allem in den beliebtesten Vierteln der Großstädte ziehen die Preise kräftig an. Insgesamt liege die Teuerung bei Durchschnittsmieten jedoch nur knapp über der allgemeinen Inflation, sagte der Vizepräsident des Immobilienverbands IVD, Jürgen Michael Schick, bei der Vorlage des Wohn-Preisspiegels 2013/2014 am Dienstag in Frankfurt.

Nach der Erhebung in 390 deutschen Städten klettern die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Deutschland zwar weiter. Der Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert liege zum Ende des dritten Quartals bei knapp 1044 Euro und damit um 4,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, sagte Schick: „Damit liegt das durchschnittliche Preisniveau für Eigentumswohnungen immer noch 15 Prozent niedriger als vor 20 Jahren.“ Nach dem Immobilienboom der 1990er Jahre seien die Preise für Wohneigentum stark gesunken. Erst in den vergangenen drei Jahren sei eine Trendwende zu beobachten. Diese sei allerdings von einer realen Nachfrage nach Wohnraum getrieben. Eine Blasenbildung sieht der Verband nicht.

Anzeige

Die Wohnungsmieten stiegen bei Neuverträgen laut IVD in den vergangenen zwölf Monaten moderat. Im Durchschnitt kostet eine nach 1949 gebaute Wohnung mit mittlerem Wohnwert demnach nun 5,75 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter: Das entspricht einem Plus von 3,1 Prozent zum Vorjahr. Die Bandbreite ist allerdings riesig: In Deutschlands mit Abstand teuerster Stadt München müssen Mieter doppelt so viel bezahlen wie im Bundesdurchschnitt, in einer Stadt wie Arnsberg im Sauerland mit 3,70 Euro pro Quadratmeter deutlich weniger.

„Ausverkaufte Märkte“ in Hamburg, München und Frankfurt

In den zehn größten Städten Deutschlands werden bei Neuverträgen für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 errichtet worden sind, Durchschnittsmieten von 8,27 Euro pro Quadratmeter verlangt – 5,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die höchsten Mieten werden in München (11,90 Euro, +6,25 Prozent), Stuttgart (10 Euro, +4,17 Prozent) und Hamburg (8,95 Euro, +5,29 Prozent) verlangt.

Auch die Preise für Eigentumswohnungen sind in den Großstädten ab 500.000 Einwohnern besonders stark gestiegen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis kletterte dort um 7,9 Prozent auf 1545 Euro. „Trotz der Dynamik zeichnet sich eine allmähliche Stabilisierung auf dem Bestandswohnungsmarkt der Großstädte ab“, erklärte Schick. Dies führt der IVD auf die wachsende Anzahl an Wohnungsfertigstellungen und die daraus folgende Entlastung des Wohnungsmarktes zurück.

„In den Großstädten ist das Angebot nach wie vor zu gering und die Nachfrage sehr hoch. Die Leute wollen kaufen, aber das Angebot hinkt hinterher“, sagt Michael Kiefer, Chefanalyst bei ImmobilienScout24. Besonders schwer sei Wohnraum in Hamburg, München und Frankfurt zu finden: „Da will jeder hin, die Märkte sind ausverkauft.“ Auch in einigen Universitätsstädten übersteige die Nachfrage das Angebot. Es gebe aber auch Regionen im Ruhrgebiet und den neuen Bundesländern, in denen sich die Preise in die andere Richtung entwickelten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...