Finanzen + Vorsorge Mittelständler achten zu wenig auf die Liquidität

Mittelständler achten zu wenig auf die Liquidität

Mittelständler achten zu wenig auf die Liquidität

Leistungskennzahlen sind den meisten Chefs nicht so wichtig. Das kann in der aktuellen Wirtschaftslage tödlich sein.

Umsatz, Ergebnis, Deckungsbeitrag und Cash-flow
sind die wichtigsten Steuerungskennzahlen für mittelständische
Unternehmer. Leistungsmerkmale wie Produktivität, Kundenzufriedenheit oder Informationen zur Liquidität des
Unternehmens stehen hingegen erst an nachrangiger Stelle. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung Cap Gemini Ernst & Young.

Rund 60 Prozent der Firmenchefs erhalten ihre Daten auf monatlicher Basis. Immerhin rund ein Drittel bekommt wöchentlich
beziehungsweise täglich aktualisierte Finanzkennzahlen(20
Prozent beziehungsweise 14 Prozent).

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Bei den Leistungszahlen stehen
die Manager auf tägliche Aktualisierung. Fast jeder Vierte erhält
diese Informationen innerhalb eines Tages, weitere acht Prozent
immerhin noch wöchentlich. „Der
Mittelstand macht große Fortschritte im Berichtswesen. Aber ein
fehlendes Liquiditätsmanagement kann in der aktuellen
wirtschaftlichen Situation tödlich sein“, warnt Frank Hendricks,
Berater im Mittelstand und Leiter der Studie bei Cap Gemini Ernst &
Young.

Für eine optimale Steuerung ihrer Unternehmen vermissen die
Manager mit Abstand am häufigsten Markt- und Wettbewerbsdaten (30
Prozent). Deutlich seltener beklagen sie das Fehlen von detaillierten
Kostenstellenbetrachtungen (14 Prozent), Vermögenskennzahlen (12
Prozent) oder Informationen über die Auslastung (12 Prozent).

Auch im gehobenen Mittelstand existieren inzwischen IT-gestützte
Managementinformationssysteme (MIS). Nur 14 Prozent verzichten auf
dieses Instrument. Eigenständige Systeme sind eine Seltenheit. Meist
ist das MIS integraler Bestandteil der genutzten betrieblichen
Standardsoftware, ein Zusatzmodul oder eine selbstentwickelte Lösung
beispielsweise auf Excel-Basis. Die Zufriedenheit der Anwender mit
ihrem System ist dabei sehr hoch, so dass 60 Prozent die Schulnote
eins oder zwei für die Auswertungen und die Präsentation vergeben.

Mittelfristig planen daher 63 Prozent weitere Funktionen in das MIS
einzubinden. Das allerdings möchten sie mit eigenen Kräften
bewerkstelligen.

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