Finanzen + Vorsorge Neuer Chef räumt bei VR Leasing auf

Nach kräftigen Verlusten in den vergangenen zwei Jahren will der neue CEO Graband Ballast abwerfen. Mehrere Geschäftsfelder des Unternehmens sollen abgestoßen werden, um das Kerngeschäft zu stärken. In Zukunft will sich VR Leasing auf Verbundgeschäfte mit Mittelständlern konzentrieren.

Beim Leasingfinanzierer VR Leasing greift der neue Vorstandschef Theophil Graband nach zwei mageren Jahren durch: Das Immobilien-Leasing, die Finanzierung von Pkw-Flotten, das Privatkundengeschäft und das über Auto- und Maschinenhändler vermittelte Leasinggeschäft sollen aufgegeben werden. Das kündigte Graband am Mittwoch an. „Das ist ein ziemlicher Umbruch“, räumte er ein. Auch das von seinem Vorgänger Reinhard Gödel ausgebaute Osteuropa-Geschäft stehe auf dem Prüfstand. VR Leasing wolle den Kunden künftig einfachere und schnellere Lösungen bieten.

„Was der genossenschaftlichen Finanzgruppe keinen Nutzen stiftet, ist kein Kerngeschäft“, sagte der zu Jahresbeginn zu VR Leasing gewechselte ehemalige Teambank-Chef. VR Leasing mache derzeit nur rund zwei Drittel des Geschäfts mit den deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. „Wir haben viel Potenzial, noch mehr Verbundgeschäft zu machen“, sagte Graband. Vor allem den kleineren Mittelstand habe er dabei im Visier.

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Die Kunden der Genossenschaftsbanken schlössen derzeit nur 20 Prozent ihrer Leasingverträge mit der Genossenschaftsgruppe. VR Leasing gehört den beiden Spitzeninstituten der rund 1100 Genossenschaftsbanken in Deutschland, DZ Bank zu 83,5 Prozent und WGZ-Bank zu 16,5 Prozent.

Graband schloss einen Verkauf weiterer Geschäftsfelder nicht aus: „Wir suchen nach sinnvollen, werterhaltenden Lösungen.“ Interesse gebe es schon. In Osteuropa, wo VR Leasing zuletzt stark unter dem Ausfall von Verträgen gelitten hatte, könne die Zusammenarbeit mit den dortigen Genossenschaftsbanken ausgebaut werden. Dort ist VR Leasing teilweise gemeinsam mit der österreichischen Volksbanken-Gruppe aktiv.

Mit dem Umbau soll VR Leasing wieder Geld verdienen. Ziel sei „ertragreiches Wachstum“, nachdem der Verlust 2010 noch auf 14,4 (2009: 7,9) Mio. Euro gestiegen war. Auf eine konkrete Prognose für 2011 wollte sich Graband noch nicht festlegen: „Wir wollen uns sicher positiv zum Vorjahr entwickeln“, sagte er nur. In den ersten vier Monaten 2011 wuchs das vergangenes Jahr stark gedrosselte Neugeschäft um sechs Prozent auf 965 Mio. Euro. Die Branche hinkt dem Aufschwung in der Regel etwas hinterher.

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