Finanzen + Vorsorge Niedrigzinsen fördern Nachfrage nach Immobilien als Altersvorsorge

Die Fassade eines modernen Mehrfamilienhauses

Die Fassade eines modernen Mehrfamilienhauses© Ralf Gosch - Fotolia.com

Wegen des Zinstiefs sind Riester-Rente und Co. deutlich weniger gefragt. Die Bundesbürger setzen stattdessen lieber auf Immobilien - um später in den eigenen vier Wänden mietfrei wohnen zu können.

Die Niedrigzinsen verleiten den Bundesbürgern zunehmend das Interesse an Lebensversicherungen oder Riester-Verträgen zur privaten Altersvorsorge. Wer dennoch etwas für einen finanziell abgesicherten Ruhestand tun will, setzt zunehmend auf Immobilien: Ein Drittel aus dieser Gruppe möchte gern Haus oder Eigentumswohnung zur Selbstnutzung kaufen. Das ist fast die Hälfte mehr als noch vor fünf Jahren. Das ergab eine am Montag in Berlin vorgestellte Allensbach-Umfrage im Auftrag der Postbank, die zum zehnten Mal in Folge erhoben wurde.

„Die eigenen vier Wände sind inzwischen mit weitem Abstand die beliebteste Form in Deutschland, fürs Alter vorzusorgen“, sagte Postbank-Vorstand Dieter Pfeiffenberger. Dabei spielen die günstigen Finanzierungsmöglichkeiten genauso eine Rolle wie die Aussicht, im Alter mietfrei zu wohnen.

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Knapp die Hälfte will nich mehr als bisher sparen

47 Prozent und damit knapp die Hälfte der Berufstätigen haben laut Umfrage nicht mehr die Absicht, zur Absicherung des Lebensstandards im Rentenalter mehr als bisher auf die hohe Kante zu legen. Zehn Jahre zuvor lag die Quote noch bei 30 Prozent. Einer der Gründe sind die seit Jahren sinkenden Zinsen für Sparbücher und Lebensversicherungen.

Statt zu sparen geben die Deutschen weiterhin viel Geld aus. Nach einer repräsentativen Sparkassen-Umfrage haben acht Prozent der privaten Haushalte ihre Konsumausgaben in letzter Zeit gesteigert, bei 68 Prozent blieben sie gleich. Zwar gaben wie im Vorjahr 23 Prozent an, den Gürtel enger geschnallt zu haben. Die Quote verharrt jedoch auf dem niedrigsten Wert seit Jahren.

Nachfrage nach Riester-Verträgen sinkt

Die Umfrageergebnisse decken sich auch mit der jüngsten Entwicklung bei Riester-Verträgen: Im ersten Halbjahr 2013 erhöhte sich deren Zahl lediglich um 79.000 auf insgesamt 15,76 Millionen. Nachfrage gab es nur bei sogenannten Wohn-Riester-Verträgen für eigengenutzte Immobilien.

Die staatlich geförderte Riester-Rente wurde 2001 mit dem Ziel eingeführt, Abstriche bei der gesetzlichen Rente auszugleichen. Bis Ende 2011 wurden jährlich eine Million oder mehr Vertragsabschlüsse gemeldet. Die Entwicklung kam ins Stocken. Bei Riester-Sparverträgen ist das angesparte Geld einschließlich der staatlichen Prämien nominal abgesichert. Wegen niedriger Renditen und hoher Kosten geriet die Riester-Rente aber immer wieder in die Kritik.

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