Finanzen + Vorsorge Stromkunden müssen mehr zahlen: Rekord bei Öko-Umlage

Stromleitungen in Deutschland

Stromleitungen in Deutschland© Fotolia.com

Der Anstieg der EEG-Umlage wird wohl niedriger ausfallen als zuletzt erwartet. Teurer wird es dennoch: Bislang zahlen Verbraucher 5,3 Cent je Kilowattstunde für die Förderung für Ökostrom - 2014 werden es voraussichtlich 6,307 Cent sein.

Der Strom wird immer billiger. Zumindest im Einkauf. In diesen Tagen kostet die Kilowattstunde an der Börse EPEXSpot teilweise nur noch 3,8 Cent für den deutschen Markt. Solar- und Windenergie sowie weiterhin viel Kohlekraft drücken die Preise.
Der Normalverbraucher aber hat nichts davon. Er hat seit Mittwoch schwarz auf weiß, dass er noch mehr für seinen Strom berappen muss.

Für ihn nähert sich der Endkundenpreis der magischen Grenze von 30 Cent pro Kilowattstunde, weil die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Ökostrom-Umlage 2014 von 5,277 Cent auf 6,307 Cent steigen soll, wie nun durchsickerte. Am 15. Oktober soll die Zahl von den für das Umlagekonto zuständigen Übertragungsnetzbetreibern Tennet, Amprion, TransnetBW und 50Hertz, offiziell verkündet werden.

Anzeige

Mit dem Geld werden Windparks, Solar- und Biogasanlagen mit auf 20 Jahre garantierten feste Vergütungen gefördert, die über den an der Strombörse erlösten Preisen liegen. Seit 13 Jahren gibt es das EEG, inzwischen gibt es rund 4000 Förderkategorien. Immer wieder wurden Vergütungen zwar gekürzt, doch unterm Strich hat sich ein riesiger Förderberg aufgetürmt: 20 Milliarden Euro Umlagekosten sind es 2013.

25 Prozent des Umlageanstiegs wegen Industrierabatten

Ein Drei-Personen-Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Verbrauch zahlt derzeit rund 980 Euro für Strom, 2014 könnten es nach Angaben des Vergleichsportals Verivox mit 1050 Euro rund 70 Euro mehr werden. Die steigende Umlage würde daran einen Anteil von 220 Euro (plus 36 Euro) haben, hinzu kämen laut Verivox automatisch elf Euro mehr an Mehrwertsteuer sowie 23 Euro für ebenfalls steigende Netzentgelte.

Nach Berechnungen des Branchendienstes Energy Brainpool entfällt die Hälfte des Umlageanstiegs 2014 auf den eingangs beschriebenen Preisverfall an der Strombörse. Denn gibt es immer weniger Geld für den Ökostrom, wächst die Differenz zu den festen Vergütungssätzen: Die Differenz muss der Verbraucher bezahlen.

Die Versorger stehen im Verdacht, die gesunkenen Einkaufspreise nur unzureichend an die Bürger weiterzureichen. Rund 25 Prozent des Umlageanstiegs entfallen zudem auf die Industrierabatte, so Energy Brainpool. Nach Berechnung des Bundesverbands erneuerbare Energien machen nur 0,15 Cent des Anstiegs um rund einen Cent neue Anlagen aus
– der Solarausbau hat sich nach Förderkürzungen deutlich verlangsamt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...